Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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9 dessen wir auch in diesen Blättern gedachten, sagt ausdrücklich, „es sei jetzt grade an der Zeit, sich wieder einmal jüdischer Seits mit dem Chrifienthum gewissermaßen auöeinanderzusetzen." Zwar sagt der Verfasser jenes Artikels, es sei nicht seine Absicht, polemisch zu ver* fahren. In Nr. 16 dieses Jahres beginnt nun aber diese Judenztg., wie es scheint, eine ganze Reihenfolge sogenannter „leitende Artikel" unter der Ueberschrist: „Polemisches", deren erster mit den Worten anfängt: „ Aus dem Wege, den wir zurückzulegen haben, treffen wir nur allzu oft auf gelegentliche Behauptungen, Bemerkungen und Angaben, die wir von unserm Standpunkte aus zu bekämpfen, zu berichtigen und zu widerlegen haben, ohne daß sie zu einer ausführlichen Besprechung Veranlassung und Bedeutung genug enthielten. Dergleichen daher unter obiger Rubrik abzumachen, wie es sich grade trifft^ halten wir für angemessen." -Was die Judenztg. da Alles bekämpfen, berichtigen und widerlegen wird, wollen wir Christen ruhig abwarten. Wir sind gar nicht der Meinung, daß den Juden das Polemisiren gegen uns untersagt werden solle; wir fürchten auch keinen Schaden und Nachtheil für das Christenthum. Der Herr wird nicht nur sich Werkzeuge rüsten, die zu seiner Zeit seine Sachen führen werden, sondern Er selbst ist bei seiner Gemeinde wohl auf dem Plan. Sonderbares kann man allerdings erwarten, wie schon das Folgende zeigen wird. Wir haben nämlich diesmal einen Artikel der Judenztg. vor uns, der polemisirend nicht gegen die Mission oder gegen die protestantischen Pietisten, sondern gegen den Kaiser Napoleon gerichtet ist. Der Kaiser Napoleon beabsichtigt bekanntlich das Leben Cäsar's zu schreiben. Zu dieser Lebensbeschreibung hat er bereits vor einiger Zeit ein Vorwort erscheinen lassen, und in demselben ist ein Satz enthalten, der die orthodoxen und Reform-Juden in Deutschland und Frankreich sehr verletzt und in Harnisch gebracht hat, so daß bald verschiedene mißbilligende Kritiken gegen diesen Satz erschienen sind. Der betreffende Artikel in Nr. 11 und 12 der „Allg. Z." d. I. beginnt mit den Worten: „Was würde jetzt wohl gesprochen oder geschrieben, worin nicht die Juden vorkämen? Welches Buch schlüge man auf, ohne sie nicht erwähnt zu finden? Diese allgemeine Be-