Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 euch nicht verhalten, lieben Brüder, dieses Geheimniß, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel eines Theils widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde." Diese Weissagungen, lieber Freund Israels, und viele andere gleichen Inhalts sind, wie wir wissen, ihrem ersten Theile nach erfüllt worden und werden gewiß auch ihrem zweiten Theile nach „einst erfüllet werden zu seiner Zeit, und eilen dem Ende zu, und werden nicht lügen. Ob fie aber verziehen, so harre ihrer, sie werden gewißlich kommen und nicht ausbleiben;" denn es ist derselbe Herr, der die Habakuk ertheilte Weissagung mit diesen Worten bekräftigte, und der durch den Mund der Propheten und des Apostels die Weissagungen in Bezug auf die Bekehrung Israels gesprochen hat, und seine Worte sind Ja und Amen. (Schluß folgt.) Napoleon's Vorwort und die Juden.*) Die Polemik zwischen Juden und Christen ist zwar schon sehr alt; aber sie hat-zu verschiedenen Zeiten verschiedene Gestaltungen angenommen; in früheren Zeiten blieb sie auf ziemlich enge Gebiete beschränkt; denn von jüdischer Seite wurde sie meist in hebräischer Sprache geführt. In unfern Tagen dagegen hat sie ein sehr weites Feld eingenommen. Während die Juden noch vor 20 oder 30 Jahren im Allgemeinen ziemlich schüchtern und scheu auftraten, ist es jetzt ganz anders geworden. Noch 1858 ftagt die „Allg. Ztg." des Judenthums in einem Leitartikel Nr. 14 die „protestantischen Pietisten": „Haben wir Juden uns je angemaßt, über Euch und Eure Religiosität zu Gerichte zu sitzen?" Jetzt kann man fast keine Nummer dieser Judenztg. lesen, in der nicht solche Anmaßungen und Gerichtssitzungen enthalten wären; jetzt muß es sich die ganze Christenheit und das Christenthum gefallen lassen, vor das Forum der jüdischen Presse gezogen zu werden. Ein Artikel der genannten Judenzeitung von 1863, *) Dieser Aufsatz ist uns schon im vergangenen Jahre zur Aufnahme in unser Blatt zugesandt worden; leider konnten wir ihn wegen Mangels an Raum nicht mehr aufnehmen und mußten ihn nun erst folgen lassen. Anmerk. d. Red.