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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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191 schrecken gefunden. Von Hebron und Gaza nach dem Libanon ist das Land voll von ihnen; sie haben alle Sommerftüchte, Weinstöcke, manche Baumarten, besonders die Olivenbäume verwüstet. Lebensmittel sind noch einmal so theüer. ..... Wenn die Heuschrecken den Winter überleben, so muß, da sie überall zahllos sind, eine allgemeine Hungersnoth entstehen. Ueberdies wird hier bereits der Mangel an Wasser gefühlt. ..... Wir haben keinen Spatregen gehabt. Der Teich Hiskias ist schon ausgetrocknet. Da ist viel Elend, besonders unter den armen Juden, das noch durch die Auswanderung von 1508 aus Marokko vergrößert worden ist. Sie erwarten von mir, dast ich ihnen helfe; aber ich kann so Vielen nur wenig gewähren. O! daß die guten Leute in England, welche mit Liebe von den Juden reden, uns einige Hülfe senden möchten." In einer andern Mittheilung aus Beirut vom 8. Juli heißt es: „Die Heuschrecken sind noch in verschiedenen Orten Syriens und Palästinas vorhanden. Die Verwüstungen, die sie an den Sommerfrüchten, wie den Orangegärten in der Nähe Jaffas und an der Baumwollen- und Sesamerndte angerichtet haben, sind unersetzlich. Vor einigen Tagen wurde die Ebene um Ramla plötzlich von einem Schwarme von Fröschen bedeckt, die einen ganz außerordentlichen Anblick gewährten. Mit dem Wunsche wenigstens, den Bischof in den Stand zu setzen , die armen Dulder mit Wasser zu versehen, hat man vorgeschlagen, ihm jeden Monat am 4., bis zum Oktober oder November, wo die Regenzeit anfängt, Geld zu senden." In Betreff Cairos heißt es: „Vor wenig Wochen hatten wir keinen Grund zu glauben, daß Cairo irgend ein großes Unglück bevorstehe. Der Nil war in der That sehr niedrig und das Wasser nahm eine grünliche Farbe an. Bei der vorhandenen Viehseuche ward schlechtes Fleisch auf den Markt gebracht. Die Heuschrecken kamen und verzehrten einen Theil des Ertrages des Bodens; aber doch war die Zunahme der Sterblichkeit nur gering. Hierauf verbreiteten sich Gerüchte, daß zu Djedda unter den Pilgern große Sterblichkeit hersche; aber Cairo oder Kahira bekümmerte sich wenig darum. Man glaubt, daß die Pilger aus dem Wege nach Mekka einen unmittelbaren Eingang in das Paradies haben, und das mag einigermaßen die Thatsache erklären, daß wenn ein Pilger fällt, seine Mitpilger ihn seinem Schicksale überlassen. Gut! endlich verbreitete sich das Gerücht, daß ein Schiff Alexandrien „patente sporca,“ das heißt mit einem unreinen Gesundheitspaß verlassen habe und deswegen der Quarantäne unterworfen sei. Einige Tage darauf, verbreitete sich die Nachricht von einer bestimmten Anzahl täglicher Todesfälle, dann von einer Zunahme derselben und daraus von einer solchen Flucht, wie man mir zuvor unter der europäischen Bevölkerung gehört haste. Schreiber flohen von ihren Pulten, reiche Juden, Griechen und italiünische Kaufleute boten ungeheure Summen,

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