Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Khan mehrere Stunden in Gegenwart von Juden und Christen^ Endlich faßte er alle seine Schwierigkeiten in die eine und, wie er meinte, nicht zu beantwortende Frage zusammen: „Warum beobachten die Christen nicht den Ritus der Beschneidung, einen Ritus, der mit Abraham anfängt, von Moses bestätigt und von Jesus anerkannt wurde, da er selbst beschnitten war?" Ich erklärte ihm, daß Christus beschnitten werden mußte, weil er gekommen war, für uns das ganze Gesetz zu erfüllen; er wurde als Jude geboren und mußte daher in den Bund, den Gott mit Abraham machte, ausgenommen werden. Zugleich ersuchte ich ihn, sich .daran zu erinnern, daß die Beschneidung nicht der Bund selbst, sondern nur das Zeichen des Bundes sei; da der Bund selbst der sei , daß Gott dem Abraham das Land Kanaan zum Besitz geben wolle, und daß er —nämlich Abraham — die Gebote Gottes halten solle. Das Christenthum ist der Neue Bund, von dem Jeremias 31 die Rede ist, und verschieden von dem ersten, daher denn auch das Zeichen verändert worden ist. Ich erklärte ihm diesen Gegenstand in allen seinen Beziehungen und vorbildlichen Bedeutungen, so daß er mir in keiner Weise antworten oder auch nur eine Frage aufwerfen konnte. Als die, welche gegenwärtig waren, ihn fragten, ob nicht jeder Gegenstand vollkommen beantwortet worden sei, und ob er nicht bereit sei, zu bekennen, daß das Christenthum wahr ist, sagte er, indem er aufstand, um weg zu gehen, zu ihrem großen Erstaunen: „Ich kann das, was der Missionar sagt, nicht widerlegen, oder ihm widersprechen; aber ich bin gewiß, daß der jüngste Student in unserm rabbinischen Collegium zu Bagdad sehr bald alle seine Argumente vernichten und die meisten seiner Behauptungen widerlegen würde; ich bin unwissend, und meine einzige Zuflucht besteht in der Flucht;" und indem er das sagte, verließ er uns. Den 7. — Heute besuchte ich mehrere Juden in ihren Läden und sprach mit ihnen über den Messias, über sein Werk, seine Person, sein Reich und den Segen, den wir durch ihn erlangen und genießen. Sie schienen heute in der That zugänglicher zu sein, als je, seitdem ich sie sah, und außerordentlich aufmerksam. Ein junger Mann, der Sohn eines Banquiers, sagte zu mir: „Ich wünschte, daß sie uns nicht verließen, sondern sich entschlossen hätten bei uns zu bleiben;