Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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sprach lange und eindringlich zu meinen Brüdern, die gegenwärtig waren, und er ermahnte sie ernstlich, die Wahrheit anzunehmen. Die Juden sagten zum Bischof: „Wie kommt es, daß Sie uns überreden, uns mit diesem Manne zu vereinigen, da Sie doch so weit von einander abweichen?" Der Bischof erwiederte: „Es ist wahr, wir weichen von einander ab; aber wir sind doch alle Christen, und ich wollte tausend Mal lieber, daß ihr Protestanten werden möchtet, als Juden und Verächter des Namens Christi bleiben und ewig verloren werden." Die armen betrogenen Juden wollten jedoch nicht auf den Rath des Bischofs hören, noch wollten sie ihren bessern Gefühlen gestatten , auf ste Einfluß auszuübcn, sondern gingen mit dem scheinbaren Entschlüsse fort, stch von der Wahrheit nicht beeinflussen zu lassen, wie klar und gewaltig ste auch sei. Nachmittags ging ich zu dem Khan, um einige Glieder meiner Gemeinde zu . sehen, und mit den Juden zu sprechen, die ich dort finden würde; denn ich war gewiß, einige dort anzutreffen. Ich hatte mich nicht getäuscht, denn ich hatte mich!kaum niedergesetzt als B —, ein angesehener Kaufmann, auf mich zu kam und mich begrüßte. Auf meine Einladung setzte er stch nieder, um stch mit mir über Religion zu unterhalten. Die Wahrheit zu sagen, hatte ich mich schon seit einiger Zeit nach ihm umgesehen und war dankbar, daß mir noch, ehe ich Kirkuk verließ, Gelegenheit geboten wurde, mit ihm zu sprechen. Bei meiner Ankunft an diesem Orte, nahm er ein Exemplar von Jedem der Tractate, die ich bei mir hatte, und nun fragte ich ihn, was das Resultat sei, das er von dem Lesen derselben gewonnen habe. Es scheint jedoch, daß er diese Schriften, wie eine Anzahl anderer, gelesen hat nicht, um daraus unterrichtet zu werden und den Weg des Heils kennen zu lernen, sondern nur, um in den Stand gesetzt zu werden, Fragen zum Disputtren aufzuwerfen. Er las mit vorgefaßter Meinung Und Vorurtheil gegen das Christenthum, daher denn dis Strahlen der Wahrheit weder sein Herz noch seinen Verstand erleuchteten. Er hatte eine Menge Fragen in Bereitschaft, und in demselben Augenblicke, in welchem ich die eine beantwortete, war er mit einer andern bereit, aber ohne stch zu bemühen die Antwort zu verstehen, oder m seinem Gemüthe zu erwägen. So unterhielten wir uns in dem offenen