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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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gewußt von dem Scheidebriefe, den Uria seinem Eheweibe gegeben hatte, so daß sie nicht mehr sein Eheweib war; Nichts gewußt von der Rebellion, in die Uria verwickelt war? Wenn so, wie kann er da noch der allwissende Gott sein? Hat er aber dies gewußt, wie kann ihm die That Davids mißfallen , und wie kann er sogar den Propheten Nathan zu ihm schicken und ihm sagen lassen: Du bist der Mann des Todes, Uriam hast du erschlagen; sein Weib hast-du dir zum Weibe genommen? Und noch mehr, wie kann er David eine Sünde vergeben, und ihn bestrafen wegen Sünden, die er gar nicht begangen? Denn Nathan muß David verkündigen: Der Herr hat deine Sünde weggenommey, du wirst nicht sterben; aber der Sohn, der dir geboren ist, wird des Todes sterben; und so geschah es auch, wie das Folgende zeigt. Der Prophet Nathan hat offenbar auch kein Wörtchen gewußt von den Scheidebriefen, die Davids Krieger ihren Weibern gegeben haben; er hat Uriam für einen treuen Krieger, aber für keinen Rebellen gehalten, sonst würde er sich geweigert haben, den Auftrag an David ausznrichten. Oder war etwa Nathan ein Lügenprophet, der einen Befehl des Herrn vorgab, den er gar nicht hatte? Die falschen Propheten kamen nicht mit Büßpredigten, sondern die predigten Friede, Friede, wo auch kein Friede war; die straften nicht das Volk wegen der Sünden, sondern trösteten es vielmehr in ihren Sünden; am allerwenigsten aber predigten sie den Hohen und Vornehmen Buße. Und David selbst! Wenn er unschuldig war, wie kommt es, daß er sich die beiden schweren Sünden so still und geduldig Vorhalten läßt; und noch mehr, wie ist es möglich, daß er ein solch demüthiges Bekenntniß seiner Schuld ablegen kann, dem man die innere, tiefe Reue abfühlt, indem er ausrust: „Ich habe gesündiget wider den Herrn" —? War David rein und frei von den ihm vorgehaltenen Sünden, so beging er mit einem solchen Bekenntniß die allergemeinste Heuchelei und Lüge. David legt aber nicht nur hier sofort dies inhaltschwere Schuldbekenntniß ab, sondern er thut dasselbe noch einmal bei einer andern Gelegenheit. Der 51. Psalm ist, wie die Überschrift in den deutschen Bibeln sagt, ein rechter Bußspiegel Davids, der uns einen tiefen Blick in sein kummervolles und reuiges Herz thun läßt. Der genannte Psalm heißt ausdrücklich „ein Psalm Davids," und bezieht sich auf

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