Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Spur von Empörung? Die Weigerung des Uria in sein Haus zu gehen, so lange das Herr zu Felde liege, V. 11. wird doch wohl Niemand als Empömng ansehen wollen? Diese kann nur in den Köpfen und Gesinnungen der jüdischen Weisen und ihrer Gesinnungsgenossen stecken. - Ueber solche Aufmerksamkeit und Weisheit, die solche Scheidebriefe und Empörungen erkennen und entdecken kann, läßt sich nicht rechten und wollen auch wir nicht rechten; wir lassen sie gern denen, die sie besitzen und denen sie gefällt. — Soll aber in dem Umstande, daß die Feinde Gottes Anlaß zum Lästern nahmen, die Andeutung von Davids Unschuld enthalten sein, so möchten wir doch noch fragen , wie sich das Wort Gottes wohl hätte ausdrücken müssen, falls David nach der Meinung der jüdischen Weisen gesündigt habe? Die Antwort kann doch unmöglich sein, daß es dann heißen müsse, die Freunde Gottes hätten gelästert; denn eine solche Weisheit hätte sich wieder selbst gerichtet und gezeigt, daß sie zu Narrheit und Thorheit geworden sei. Denn werden wohl die Freunde Gottes jemals Anlaß nehmen zu lästern? Sind die Lästerer nicht immer Feinde Gottes? Freunde Gottes jammern und klagen bei den Sünden der Frommen, sie warnen, drohen und strafen bei den Sünden Anderer, wie wir das fortwährend an den Propheten sehen; aber wo sind die Freunde Gottes, die gelästert haben? Wo immer auch der „Schwerpunkt" des in 2. Sam. 11.12 Erzählten liege, keine noch so große Aufmerksamkeit und Weisheit wird im Stande sein, aus der ganzen Erzählung jener Begebenheiten Etwas herauszufinden, das die Unschuld des Königs David darthun könne. Die Worte, welche in dem „Israelit" als solcher Schwerpunkt bezeichnet und hervorgehoben werden, gehören nicht zur eigentlichen Erzählung, sondern in die Bußrede des Propheten Nathan. Was aber ist und wird diese ganze Büßpredigt, wenn David wirklich in der ganzen Sache unschuldig ist? Nichts anders als eine leere, elende, ja gotteslästerliche Comödie. Nachdem am Schluß des 11. Kapitels gesagt ist: „Aber die Thal gefiel dem Herrn übel, die David that," beginnt das 12. Kap. mit den Worten: „Und der Herr sandte Nathan zu David." Wie nun, hat der Herr, der allwissende Gott, der auch in das Verborgene sieht, Und vor dessen Augen Alles bloß und entdeckt ist, Nichts gewußt von der Unschuld Davids? Hat er Nichts