Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554741-2554748--04421-2560349
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

hinführe? Ist es etwa dies, daß die Feinde Gottes die Heiden find, die, nur darum lästern, weil sie die Sitten und Gebräuche der Israeliten nicht kennen, weil sie nicht wissen, daß „Um, wie alle Krieger des David'schen Heeres, ehe er in den Krieg zog , seiner Frau einen Scheidebrief geschrieben," er selbst aber sich gegen seinen Herrn empört und deshalb den Tod verdient hatte. Schade nur, daß der Vertheidiger Davids, der doch gewiß meint, die Bibel mit „Aufmerksamkeit" gelesen zu Haben, übersehen hat, daß Uria auch während des Krieges die Bathseba sein Weib nennt, wie in V. 11 klar und deutlich steht: „Uria sprach zu David: die Lade, und Israel und Juda bleiben in Zelten, und Joab, mein Herr, und meines Herrn Knechte liegen zu Felde; und ich sollte in mein Haus gehen; daß ich äße und tränke, und bei meinem Weibe läge?" Ebenso nennt sie auch Nathan Kap. 12, 9. in feiner Büßpredigt an David: „Uriam hast du erschlagen, sein Weib hast du dir zum Weibe genommen;" und zum dritten Male wird Bathseba das Weib des Uria genannt in Kap. 12, 15, wo es heißt: „Und her Herr schlug das Kind, das Urias Weib David geboren hatte." Wenn also auch der Talmud und der Wiener Korrespondent und „der Israelit" sagen, daß „Bathseba kein Eheweib mehr war," so steht es doch dreimal in dieser biblischen Erzählung und diese Eine Autorität gilt uns wenigstens mehr, als jene drei zusammen.—Was die andere Behauptung der jüdischen Weisen und des „Israelit" betrifft, daß Uria sich gegen David empört hatte, so weiß weder der Erzähler der Begebenheiten, noch Nathan, noch David Etwas von einer solchen Empörung. Der biblische Erzähler schildert Uria als einen treuen Soldaten, der für seinen König in's Feld zieht und dabei gern Ungemach und Selbstverleugnung erduldet; Uria kommt auf Davids Befehl vom Kriegsschauplatz zum Könige, er geht auf des Königs Geheiß wieder auf seinen Posten. Nirgends ist eine Spur von Wiederspenstigkeit oder Empörung an ihm wahrzunehmen. David selbst sagt weder hier in der Erzählung noch sonst irgend wo ein Wort, daß Uria ein Empörer sei; im Gegenchcil, als Letzterer zum Könige kam, behandelte ihn derselbe mit der größten Freundlichkeit, erlaßt ihm, nachdem er ihm gesagt, in sein Haus zu gehen, ein königliches Geschenk Nachfolgen, das Gastgeschenk des Königs, wie Zunz übersetzt. Wo ist da eine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.