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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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So heißt es in dem „Israelit." Aus dem oben Gesagten geht schon hervor> wie wir „die entsetzlichsten Schmähworte" über dev König David ansehen, und es ist daher nicht nöthig, ein Mehreres über diesm Punkt zu sagen. Aber wenn der Wiener Schreiber über die „Neuzeit" um dieser Schmähung willen so entrüstet wird, so ist es um so trauriger, zu sehen, wie er in den entgegengesetzten Fehler fallen und gegen alles klare und deutliche Zeugniss der heiligen ScWift- David für ganz unschuldig erklären kann. Es ist fteilich diese Rein- und Freisprechung Davids von der Sünde des Ehebruchs und des Todschlages nicht die ursprüngliche Idee des Wiener Correspondenten, sondern der sogenannten „Weisen" des jüdischen Volkes. Leider aber ist die Weisheit der Weisen und der Verstand der Klugen, die sich unterfangen dem Worte Gottes zu widersprechen und Menschensatzungen an dessen Stelle zu setzen, unter dem Gerichte der Verblendung, wie der Herr durch den Propheten Jesaias 29, 13.14 bezeugt. Wie ist es aber möglich, daß Jemand, der die Bibel für Gottes Wort erklärt, wie doch die orthodoxen Juden thun, und der einigermaßen mit derselben bekannt ist, die Erzählung in 2 Sam. 11 von dem doppelten schweren Sündenfall Davids, seinem Ehebruch und Todschlage, lesen und sagen kann, David hat in diesen beiden Stücken gar keine Sünde gethan?! Ist denn in dem ganzen Abschnitt 2 Sam. 11 Md 12 oder sonstwo auch nur die leiseste Andeutung enthalten, daß David unschuldig gewesen sei? Jawohl, sagt der Correspondent des „Israelit," der Schwerpunkt der Erzählung liegt in 2 Sam. 12,14, wo es heißt, daß David den Feinden Gottes zum Lästern Anlaß gegeben habe, und daraus müsse jeder aufmerksame Bibelleser erkennen, daß die Sache nicht so einfach zu nehmen sei, wie sie in der Bibel dargestellt werde. Wir müssen gestehen, daß wir bei aller Aufmerksamkeit nicht im Stande sind, in dm bezeichneten Worten einen solchen „ Schwerpunkt" zu finden, der irgend welche Nöthigung enthielte, vom einfachen Sinn und Verstände der Schristworte abzugehen. Sagt doch auch die rabbinische Regel: Eil mikra joze mide Peschute d. h. Jede Schriststelle behält (zunächst) ihren einfachen Sinn. Was wäre denn in den Worten, daß David durch seine Sünde den Feinden Gottes Anlaß zum Lästern gegeben habe, Sonderbares, das auf eine solche Weisung und Andeutung

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