Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 nett und ihn zu einem bloßen Heiligen ohne alle Sünde machen wollte. Alle die Heiligen und Geliebten Gottes, von denen uns die heilige Schrift erzählt, wie ein Abraham, Isaak, Jakob, Moses, David und wie sie heißen mögen, sind und bleiben doch stets Sünder, von denen auch in derselben heiligen Schrift, die diese Männer als ausgezeichnete Kinder und Knechte Gottes hinstellt, manche Sünden erzählt werden, deren sie sich schuldig machten, so daß wir eben überall sehen: „Unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel," wie es Hiob 15, 15 heißt, oder wie die jüdischen Übersetzungen diese Worte geben: „ Seinen Heiligen traut er nicht." — Für ein solch thörichtes und lügenhaftes Unternehmen müssen wir es aber erklären, wenn die jüdischen Weisen behaupten, daß der König David in der 2 Sam. 11 erzählten Geschichte mit Bathseba und Uria nicht gesündigt habe. In Rr. 26 von 1864 theilt „derIsraelit" ein Schreiben aus Wien mit, in welchem der Redacteur des genannten Blattes wegen mancher Schmähungen getröstet wird , die über ihn und seine Gesinnungsgenossen gehäuft werden und dann heißt es weiter: „In der jüngsten Nummer der „„Neuzeit"" ist es König David, der Ruhm und der Stolz unseres Volkes, .. der heil. Sänger der Psalmen, der Mann nach dem Herzen Gottes, der sich die entsetzlichsten Schmähworte gefallen lassen muß, der als verbrecherischer Eheschänder, als Heuchler rc. bezeichnet wird. Wahrlich, die Prophezeihung des Proph. Nathan (2 Sam. 12,14.): „„Weil du den Feinden des Ewigen zum Lästern Anlaß gegeben"" ist in Erfüllung gegangen! „Jeder, der das geschriebene Wort Gottes mit Aufmerksamkeit liest , wird schon daraus, daß der Schwerpunkt des Erzählten in den Umstand gelegt wird, daß David den Feinden Gottes zum Lästern Anlaß gegeben habe, erkennen, daß die Sache nicht so einfach zu nehmen, wie sie in der Bibel dargestellt wird; und so sagen denn auch unsere Weisen, jeder, der da meint, David habe gesündigt, ist in einem Jrrthum befangen; denn Uria hatte, wie alle Krieger des David'schen Heeres, ehe er in den Krieg zog, seiner Frau einen Scheidebrief geschrieben, so daß Bathseba kein Eheweib mehr war, Uria selbst aber hatte sich gegen seinenHerrn empörtund deshalb den Tod verdient. (Siehe die ausführliche Auseinandersetzung Sabbat 56.)" 12