Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Jndifferentismus größer und der Bibelglaube in Israel geringer gewesen als jetzt. Nur ein Beispiel von dem, was ich selbst zu beobachten Gelegenheit hatte. In den letzten Jahren brachte ich einige Zeit in einer Gegend zu, wo auch viele anständige Israeliten sich aufhielten. Ich muß meine Schwäche gestehen, ich war neugierig zu sehen, wie die Juden ihren religiösen Vorschriften Nachkommen , aber es war eben nichts davon zu sehen. Am Sabbath ging es ebenso her, wie an den Wochentagen, die meisten kümmerten sich wenig um den Gottesdienst, die jüdischen Damen bevorzugten durch ihren Lurus den Sonntag mehr als hen Sabbath, und die christlichen Restaurateure hatten Ursache über den Aufenthalt der Juden sich mehr zu freuen als die jüdischen. Ich sah auch täglich viele nette Kinder, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit auf. sich zogen. Die älteren lasen allerlei Bücher , wie sie die Leihbibliotheken liefern, und sogen manchen Gifttropfen aus denselben ein, die kleineren sangen pattiotische Lieder, sie wußten von Blücher, Scharnhost u. s. w., was sehr schön ist, aber nichts von den Glaubenshelden Israels. Ueberhaupt schienen alle Kinder wenig oder nichts vom Judenthum zu wissen. Das ist die Frucht der bösen Saat — „Denn Wind säen sie, und Sturm ernten sie" (Hos. 8, 7). Proben jüdischer Schrifterklärung. Es läßt sich wohl kaum ein lieblicheres und tröstlicheres Zeugniß denken, das einem sündigen Menschen ausgestellt werden kann, als das ist, welches Gott selbst dem Könige David giebt, wenn er ihn einen Mann nach seinem Herzen nennt. 1. Sam. 13, 14. Apostelg. 13, 22. Was Menschen da auch aufbringen und aufstellen mögen, um ein solches Zeugniß des wahrhaftigen Gottes zu Nichte zu machen, das ist umsonst, und alle derartigen Bemühungen gereichen ihnen selbst nur zur Unehre. Aber so ftevelhast und vermessen es wäre, wenn Jemand im Widerspruch gegen ein solches göttliches Zeugniß den König David zu einem ruchlosen Sünder machen wollte, der nur auf Sündenwegen gegangen wäre: eben so thöricht und lügenhaft wäre es, wenn man auf der andern Seite alles Sündliche an David leug-