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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Schwächen nicht frei." Ja, die Lehre ist da, aber leider nicht die mosaische, sondern die geigersche, die philippsonische, die Lehre ist da, aber nicht die prophetische, sondern eine neue lästerliche, wie sie die eben angeführten Worte characteristren Welche Frucht hat die neue Lehre gebracht? Die jüdischen Wortführer täuschen sich gewaltig, wenn sie glauben die Juden dadurch für Moses und die Propheten zu begeistern, daß sie dieselben in ihren Schriften als weise Männer, Patrioten, Politiker, aber nicht als Träger der positiven göttlichen Offenbarung anpreisen. Die Leser dieser Schriften verspeisen gierig das darin befindliche Gift des Unglaubens und find dann wahrlich nichts weniger als begeistert für die heiligen Männer Gottes, sie verlieren vielmehr alle Achtung vor ihnen und halten es nicht der Mühe werth die Bibel, die von diesen Männern geschrieben ist, zu lesen. Wird doch selbst in der Allg. Zeit. d. Jud. Jahrg. 1864 Nr. 33 über die Vernachlässigung des Bibel-Lesens bitter geklagt. Es heißt dort: „Man macht darauf aufmerksam, daß in der That die jüdische Jugend eine erschreckende Unkenntniß der heiligen Schrift besitzt und daß z. B. ein ganz durchbildetes jüdisches Mädchen in der Kenntnis der Bibel von dem geringsten Dorflinde beschämt werde. Die meisten jüdischen Knaben, folglich auch die Jünglinge und Männer, sind viel vertrauter mit der griechischen und römischen Geschichte, mit ftanzösischer und englischer Literatur als mit der Geschichte ihres Glaubens und Stammes und mit der Bibel." Und ebenso klagt Phil, in der Vorrede zu seinem Gebetbuche über die Vernachläßigung des Gottesdienstes und des Gebets: „Jnsonders wende ich mich an Euch , israelitische Väter u. Mütter!" ruft er aus. „Viele von Euch vernachlässigen ihre Pflicht in der religiösen Erziehung ihrer Kinder in trauriger Weise, und lassen ihnen Gottesdienst und Gebet, öffentliche und häusliche Andacht völlig fremd bleiben — wie Biele lassen ihre Söhne und Töchter ohne jedwede religiöse Anregung und Uebung!" Ihr, die Ihr Euch Lehrer Israels nennt, Ihr selbst habt das Ungeheuer, Unglauben, heraufbeschworen und großgezogen, und nun klagt Ihr über die Folgen Eurer That! Schaut nur recht hinein in's Leben der Juden, da werdet Ihr vielleicht mehr sehen, als Euch lieb ist. Niemals ist der

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