Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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von ungleichen, sich direct widersprechenden Voraussetzungm ausgehen, zeigt hinlänglich die Grundlosigkeit ihrer Behauptungen. Während erstem sie als Aberglauben, der unter den Juden selbst entstand, bezeichnet, macht sie letzterer zu einem heidnischen Produkte, das erst spät bei den Juden Eingang fand, und während jener sie, wie wir oben gesehen haben, als eine Art Akkomodation der Pharisäer an das Volk schildert, läßt sie dieser grade von den Pharisäern, „ den Männern, die sich die Zukunft als die Verwirklichung ihres gegenwärtigen Sehnens gestalten mußten," ausgehen. Und ist das ein Grund, eine alte Lehre, die in der heiligen Schrift begründet ist, zur heidnischen zu stempeln, weil auch ein altes heidnisches Volk an sie geglaubt? *) Vielleicht beliebt es einmal Herrn Geiger auch das Verbot des Lügens in 3. Mos. 19, 11 als heidnischen Ursprungs zu bezeichnen, weil das Lügen bei den Persern als das Schimpflichste, als die größte Sünde**) angesehen wurde. Hat doch sein Gesinnungsgenosse, Herr von Bohlen , längst den Monotheismus als eine Lehre bezeichnet, die die Juden von den Parsen überkommen haben, und da Herr Geiger als scharfer Kritiker schon ein Stück Parsismus in der Bibel entdeckt hat, so stimmt er vielleicht bei noch angestrengterer Forschung Herm von Bohlen bei. *) Die Perser sollen wirklich geglaubt haben, daß die Tobten wiederauferstehen werden; (Kleuker Zend-Avesta dritter Theil, bei Heinroth, „Geschichte und Kritik des Misticismus aller bekannten Völker und Zeiten. Leipzig 1830" Seite 123 und 130) aber es scheint, daß Zoroaster sie erst eingeführt, oder sie, wie die ganze Zend-Avesta, wiederhergestellt hat (daselbst Seite 132). Wenn dieser persische Gesetzgeber wirklich, wie Kleuker annimmt, nicht früher als etwa 550 v. Ehr. geboren wurde, so konnten die Juden, welche unter Serubabel 535 v. Ehr. aus dem Exil nach Jerusalem znrückkehrtcn, den Auferstehnngsglauben von den Persern nicht überkomme» haben. Die wenigen, die 77 Jahre später unter Esra zurückkehrten, konnten um so weniger eine neue Lehre mitbringen «yd unter den Juden verbreiten, als damals das Judenthum von allem Heidnischen gereinigt wurde. Uebrigens lebten die Jude», die ans dem Exil zurückkehrten, nicht in Persien, sondern, wie aus 2. Kön.24, 15, 2. Chron. 36,20, Esra 2,1. 7, 6 zu ersehen ist, in Babylon. Wenn in späterer Zeit Einzelne vielleicht aus Persien nach Palästina zogen, so waren solche am wenigsten geeignet, neue Lehren »ach Palästina einzuschmuggeln. **) Herodvt I. 138, und ÜL 27.