Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554748--04414-2560342- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
172 vorge-en, ihren Behauptungen zu Grunde legen, um zu ihrem Ziele zu gelangen, um biblische Lehre» als Heidnische, als Unglauben auszumfen. Zn der schon erwähnten Schrift Geiger's heißt eS Seite 92 „Mein es waren Zeiten gekommen (nämlich kurz vor Christi Erscheinung), wo die Gegenwart eine sehr trübe war, wo man sich nicht befriedigt fühlen konnte mit dem, was sie darbot. Man sah. auf die eigenen Bestrebungen und auf den Gegensatz dazu in der Wirklichkeit; man sah auf seine Kräfte, die die eigenen Bestrebungen durchführen sollten, und erkannte ihre Unzulänglichkeit. In solchen Zeiten ist es natürlich, daß man sich tröstend zuruft: Nur unverzagt! Was gegenwärtig sich nicht erfüllt, es» wird doch in einer besseren Zeit Gestalt gewinnen. Es muß eine andere Zeit herankommen und zwar in der diesseitigen Welt, in der die Zustänve mit einem Male sich geändert haben. Das Priesterthum, riefen die Pharisäer, wird sinken, ein Rachkomme aus dem Hause David wird regieren, das Volk wird gekrästigt sein, das Volksleben die Früchte entwickeln, nach denen wir uns sehnen. Es kommt eine andere Welt und auch wir werden an ihr theilnehmen. Man begnügte sich nicht damit, daß die Zukunft erstllen wird, was die heiße Lust der Gegenwart erzeugt hat, man wollte selbst, da man in der Gegenwart nichts genossen Hat, in der Zukunft mitgenießen. Das ist die Wurzel des Glaubens an die zukünftige leibliche Auferstehung. Dieser Glaube ist allerdings auch im Parsismus vorhanden, und die Juden mögen bei ihrem Aufenthalte in Persien mit diesem Glauben bekannt geworden sein; Spuren aus früherer Zeit jedoch finden sich nicht, das Buch Daniel giebt uns davon die erste Kunde, und dieses Buch gehört eben der Zeit an, in die der innere, schneidende Kampf fällt. Mag nun auch . dieser Glaube, als im Parsismus vorhanden, auf das Judenthum eingewirkt haben, es würde ihn nimmermehr ausgenommen haben, wenn nicht in seiner inneren Entwicklung der Drang dazu vorhanden gewesen wäre. Grade die Pharisäer, die Männer, die für die Umwandlung der Zustände kämpften und sie nicht erreichen konnten, grade sie mußten sich die Zukunft gestalten als die Verwirklichung ihres gegenwärtigen Sehnens." Schon der Umstand, daß Phil. u. Geiger in ihren gleichen Bestrebungen die Auferstehungslehre zu beseitigen