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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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171 länglich, wie früh schon dieselbe unter den Juden befestigt war. Aber in neuerer Zeit traf diese Lehre dasselbe Schicksal, wie die anderen biblischen Lehren. Man sucht sie aus dem Judenthum zu verdrängen und sogar als eine unjüdische Lehre zu erklären Zwar gesteht selbst Philippson zu, daß sie eine alte jüdische Lehre sei, denn er sagt in seiner „Israelitischen Religionslehre" Theil II., Seite 249: „Die Pharisäer nun hielten den allmälig durch das Volk sich verbreitenden Glauben an eine dereinftige Auferstehung der todten Leiber und deren Wiedervereinigung mit ihren Seelen zu einem dauernden glückselige» Leben auf der verjüngten Erde fest, und erhoben ihn zu einem unbedingten Dogma, das sich seitdem bis zu dem Umschwünge der Anschauung in der neueren Zeit durch alle Zeiten des Judenthums genau formulirt erhielt;" aber was kümmert er sich um das alte Dogma, m ihm ist ja der „Umschwung und die Anschauung der neueren Zeit" personificirt, und die neuere Zeit will das Dogma nicht haben. Er hat eS aus seinem Gebetbuche gestrichen und erklärt es in seiner Rekigivnslehre Seite 242 als eine unbiblifche Lehre. Sie soll sich, wie es in obigem Citate heißt, als ein Volksglaube verbreitet haben und von den Pharisäern zu einem Dogma erhoben worden sein. Welche verkehrte Ansicht, welche Entstellung der Thatsachen! Haben die Pharisäer jemals vom Volke etwas anoderaufgenommen, oder haben nicht vielmehr die Pharisäer immer die Meinungen des Volkes, wenn sie ihren Ideen nicht entsprachen, unterdrückt? Nicht weniger als vier Folioseiten des babylonischen Talmuds (Tract. Sanhedrin 90a—92 a) handeln von der Auferstehung der Todten, viele Rabbinen suchen dort diese aus dem Pentateuch, den Propheten und Hagiographen nachzuweisen, eine ganze Disputation zwischen dem Rabbi Gamkiel und einem Sadducäer wird mitgetheilt und Blatt 90 a wird in der Mischna (dem älteren Theile des Talmuds, gegen Ende des 2. Jahrhunderts nach Christo gesammelt) denjenigen die Seligkeit abgesprochen, welche sagen, daß die Auferstehung keine Lehre des Gesetzes (Mofis) sei. Ich kann es mir nicht versagen Geigers Ideen über die Entstehung des Auferstehungs-Glaubens unter den Juden anzuführen, sie zeigen, welche Trugschlüsse, welche aus der Lust gegriffene Voraussetzungen die Männer, welche für „Licht und Wahrheit" zu kämpfen

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