Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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165 das Dasein solcher Wesen nicht; von ihrer Zwischenkunst und Vermittelung zwischen Gott und Mensch hat sie keine Spur, sie hält fest an der Unmittelbarkeit Gottes zum Menschen und läßt diesen in allem allein von Gott abhangen. Selbst die prophetische Begeisterung ist eine unmittelbare Einwirkung des göttlichen Geistes und wird von keinem Zwischenwesen influirt oder getragen. Ebenso sind alle Naturerscheinungen und alle Vorgänge in der Menschenwelt unmittelbares Werk Gottes. Auch hier ist es daher charakteristisch, daß sämmrliche Propheten von der wirklichen Eristenz von Engeln schweigen. Anders verhält cs sich in der geschichtlichen Erzählung. Blicken wir zunächst auf die fünf Bücher Mosis, so sehen wir hier allerdings häufig da, wo ein außerordentliches in die Erscheinung Treten von seiten Gottes berichtet werden soll, dies durch einen Engel geschehen. Hier ist aber nun nachdrücklich zu bemerken, daß von den meisten solcher Stellen, wo Engel erscheinen, diese alsbald wieder mit Gott selbst abwechseln, z. B. 1. Mos. 16,13.21,19. Dadurch ist die Erscheinung eines Engels der unmittelbaren göttlichen Mittheilung so nahe gestellt und mit ihr so eng verschmolzen, daß das Erscheinen eines Engels nur als ein symbolischer Ausdruck des Hervortretens der göttlichen Wirksamkeit in die sinnliche Wahrnehmung zu fassen ist und aus der Vorsicht hervorgegangen scheint, mit welcher man die Unkörperlichkeit Gottes vor jedem Mißverständniß wahren wollte. Ein besonderes Moment ist es hier, wenn ein specieller Schutz Gottes vorausgesetzt und dies als ein „Senden eines Engels vor dem Schützling her," sowie der gewährte Schutz als ein „Erlösen durch einen Engel" ausgedrückt wird. Es ist dies nichts als die Personifikation der unmittelbaren göttlichen Führung. Jndeß gewinnt in den geschichtlichen Berichten doch die Lehre von den Engeln an concreter Gestalt, wenn Jacob mit einem göttlichen Wesen ringt, wenn bei Abraham die drei „Männer" essen und trinken, wenn der dem Josua Erscheinende sich einen „Fürsten des Heeres des. Ewigen nennt" u. s. w. Ferner: „Aus dieser Darstellung ergiebt sich, daß die eigentliche Lehre des Alten Testaments die Eristenz von Engeln durchaus nicht enthält und von ihnen nicht berührt wird, daß aber die geschichtliche Erzählung und die poetische Auffassung in ihm die Eristenz von Engeln voraussetzt, sie theils als Personifikation der götüichen