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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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164 Hof. 6, 6, Micha 7 u. 8 und dergl. Aber wer weiß es nicht, daß in all' diesen Stellen die Propheten nur gegen den . Mißbrauch der Opfer, gegen die todte Eeremonie, zu der sie herabgesunken waren, während Ungerechtigkeit und Gräuel aller Art in Israel überhandnahmen, eiferten? Derselbe Jesajas, der ausruft: „Wozu mir eure Opfer, spricht Jehovah"u. s. w., eifert auch zugleich an demselben Orte gegen den Sabbath, ja auch gegen das Gebet, und doch wird Niemand behaupten wollen, daß er den Sabbath und das Gebet aus dem Judenthum verdrängen wollte. „Auch wenn ihr Gebete häufet," ruft er im Namen Gottes aus, „höre ich nicht," aber es wird auch gleich gesagt, weshalb: „Eure Hände sind voll Blut." „Bringet nicht mehr Gaben der Lüge, das Räucherwerk ist mir ein Gräuel, berufet (nicht) Versammlung am Neumond und Sabbath" — warum? — „Laster und Festversammlung kann ich nicht vertragen." Werkheiligkeit und Lippendienst sind dem heiligen und gerechten Gott um so mehr ein Gräuel, wenn Laster aller Art dabei im Schwange sind; aber Opfer reuiger Und bußfertiger Sünder waren ihm angenehm. In diesem Sinne, aber auch nur in diesem, sprechen sich auch die andern Propheten über die Opfer aus, und Hosea, der Cap. 6, 6 ausruft: „ Denn ich habe Gefallen an Liebe und nicht am Opfer, und an der Erkenntniß Gottes mehr denn am Brandopfer," beklagt in Cap. 3,4 das Aufhören der Opfer im Eril. Die Existenz der Engel. An der Eristenz der Engel ist im Judenthum niemals gezweifelt worden, nur in neuerer Zeit haben es die jüdischen Wortführer unternommen, den Glauben an die Eristenz dieser heiligen Wesen, die in dem alten Testament so oft Vorkommen, aus dem Judenthum zu verdrängen. Ein Beispiel wird hinreichen, um zu zeigen, wie man die heilige Schrift mißbraucht, um zum Ziele zu gelangen. In Nr. 44 der Allg. Zeit. d. Jud., Jahrg. 1863 demonstrirt Phil, nach seiner Weise über „Engelglauben" und sagt unter Anderem Folgendes: „Die eigentliche Schöpfungsgeschichte weiß von diesem Geisterreiche durchaus nichts. Mit der Schöpfung des Menschen ist ihr die Schöpfung vollendet. Ueberall, wo die wirkliche Lehre hervortritt, kennt sie

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