Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 11-12 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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163 äußert, als in seinem Moreh Rebuchim, was auch in Betreff der Opfer der-Fall ist, indem er in ersterem sogar im Sinne des Talmuds anordnet, daß in den Mussaph-Gebeten um die Wiederherstellung des Opfercultus gebetet werden soll. Erst in neuerer Zeit, als die Rabbiner in Deutschland größtentheils den schlüpfrigen Boden des Rationalismus betraten und alttestamentliche Lehren, die in ihren Jdeenkram nicht paßten, aus dem Judenthum zu beseitigen suchten , griff man gierig nach den unbiblischen Ansichten, die im erwähnten Werke sich finden, und verarbeitete sie mit Beimischung einer guten Portion des krassesten Unglaubens, vor dem selbst Maimonides zurückgebebt sein würde, um das Judenthum damit zu beschenken. Wir haben schon in diesem Artikel gesehen, daß Geiger den Opferdienst „als dem Heidenthum entstammend und im Judenthum geduldet" bezeichnet. Diese Idee war in neuerer Zeit unter den Juden schon ziemlich verbreitet, und es wurde mir versichert, daß sogar mancher orthodore Rabbiner auf der Kanzel und auch orthodoxe Laien in diesem Sinne sich über die Opfer äußern. Merkwürdig genug erklärt sich Philtppson gegen diese Deutung der mosaischen Opfer, er bekämpft in der Allg. Zeit. d.Jud. Nr. 5 u. 6, Jahrg. 1864 in einem Artikel übelschrieben: „Einige kritische Blicke aus Zweck und Gmnd der Gesetze nach Maimonides," die Ansicht desselben und giebt seine , eigene Erklärung. Es würde zu weit führen, wenn ich auch nur im Auszuge diese Erklärung hier geben wollte, genug, der ganze Brei von philosophischen Floskeln und Auseinandersetzungen in beiden Nummern liefert nichts Neues , der langen Rede kurzer Sinn ist eben Unsinn, weil er sich wenig von dem des Maimonides unterscheidet, nur daß er mehr Unglauben in sich birgt. Die Bibel war es immer, die von Verbreitern falscher Lehren gemißbraucht wurde; jeder Jrrlehrer suchte aus der Bibel Beweise für seine antibiblischen Ansichten zu entnehmen. Dasselbe geschieht auch jetzt in Bezug auf die mosaischen Opfer. Die Propheten, sagt man — auch Geiger in seiner schon hier besprochenen Schrift: „Das Judenthum und seine Geschichte" — hätten gegen den Opfercultus einen energischen Kampf geführt und ihn aus dem Judenthum zu verdrängen gesucht. Man beruft sich dabei aus Stellen, wie die Jes. 1,11 —13,