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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 11-12 (1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
11-12 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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waren, nämlich für ein von Gott durchs Moses angeordnetes Mittel, wodurch der reuige und bußfertige Sünder Vergebung der Sünden erlangen und mit Gott versöhnt werden konnte. Die Warfe 3. Mos. 17,11 — Denn die Seele des Fleisches ist im Blute, und ich bestimmte es für euch auf den Altar, eure Seelen zu versöhnen, denn das Blut ist es, das durch die Seele versöhnt — und die wiederholten Verheißungen der Versöhnung durch das Blut der Opferthiere im ganzen Opfergesetze sind so klar und präcis, daß sie Jedem verständlich sind und keine andere Deutung zulassen als die, welche Moses selbst ihnen beigelegt hat.*) Daher glaubten immer die Juden und glauben es noch die orthodoren bls jetzt, daß nach der Wiederherstellung Israels auch der Tempel und der Opfercultus werde wieder hergestellt werden. Sie sprachen und sprechen noch heute diese Hoffnung in ihren täglichen und besonders in ihren sogenannten Muffaph-Gebeten für den Sabbath und alle Festtage aus, weil sie, an das Sühnopfer des Messias nicht glaubend , das Bedürfniß der Sühne durch Opfer von Thieren fühlen. Nur der bekannte jüdische Gelehrte und Philosoph Maimonides — gebor. 1135, gestorb. 1204 — erklärt in seinem philosophischen Werke Moreh Nebuchim (Führer der Irrenden) die mosaischen Opfer als ein Zugeständniß an die Gebräuche und Gewohnheiten der damaligen Zeit, Gott durch Opfer zu verehren, von denen die Israeliten auf einmal sich nicht hätten losreißen können. Diese Ansicht aber, wie auch manche andere in diesem Werke, gab solchen Anstoß und rief eine so heftige Opposition von Seiten vieler jüdischen Gelehrten damaliger Zeit hervor, daß Maimonides verfolgt und verketzert und sein philosophisches Werk von seinen Gegnern später öffentlich verbrannt wurde. Selbst nachdem der Kampf, der wegen dieses Werkes nach seinem Tode erst recht entbrannte und die Juden in zwei Partheien spaltete, später beigelegt wurde, blieb dasselbe in Mißkredit bei den Juden, und die anstößigen Ansichten darin wurden ganz ignorirt, zumal der Verfasser desselben in seinem talmudischen Werke Jad hachasakah (ein Compendium des Talmuds) sich über manche wichtige Punkte ganz anders *) Wen» in einem Midrasch (einem alten jüdischen Buche) und in einem andern Ltzte de« Opfern diese volle Bedeiüuug nicht beigelegt wird, so geschieht das ans leicht erklärlichen Gründen; die Juden nahmm aber niemals Notiz'davon

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