Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Umwandlung bezweckt, ohne daß die Veredelung gefördert werde. Auch das thierische Opfer ist nicht der Wurzel des Judenthums entsprossen, es ist geduldet worden, aber auch blos geduldet, bekämpft immer von den Edelsten und Besten in Israel, seinen Propheten" u. f. w. Es lohnt sich nicht der Mühe über die in diesen Worten ausgesprochene Unwahrheit zu polemisiren, es ist auch nicht meine Aufgabe in eine weitläufige Polemik Mich hier einzulassen, und dann wäre es doch nur ein Kampf gegen Windmühlen. Was hülfe es, wenn man dem Rabbiner in Frankfurt a. M. zeigte, daß nach 1. Mos. 4, 4 Gott Hebel's Opfer „gnädig ansah," ferner daß Gott nach 1. Mos. 8 , 21 bei dem lieblichen Geruch des Opfers Noah's geschworen die Erde nicht mehr zu verfluchen, er glaubt es nicht. Was hülfe es, wenn man ihm zeigte, daß nach 1. Moses 35, 1 Gott Jocob an sein Gelübde (Cap. 28, 20 — 22) erinnert und ihm befiehlt in Bethel einen Altar aufzurichten, auf dem er ihm den Zehnten zu opfern gelobt hatte, daß Moses nach 2. Mos. 24, 4 —6 einen Altar baute und auf seinen Befehl die Jünglinge Israels Brand- und Dankopfer darbrachten, mit deren Blut er den Altar besprengte, er glaubt es nicht. Was hülfe es, sage ich, wenn man ihm zeigte, daß es Gott war, der alle Opfer, die im 3. Buche Moses aufgezählt werden, verordnet hat, und daß ste also nicht heidnischen Ursprungs find, ja, daß es ein Opfer war, welches nach 4. Mos. 17, 10 — 15 Gott versöhnte und dem Tode, an dem 14700 Israeliten starben, Einhalt that, er glaubt es nicht. Er glaubt es nicht, weil er an die ganze Offenbarung nicht glaubt und somit die Bibel zum Lügenbuche macht. Aber-an eine Sache möchte ich Herrn Geiger erinnern, weiß er es nicht oder hat er es vergessen, daß gleich beim ersten Opfer, Kain's und Hebel's, nicht Elohim „der Mächtige, der Strenge," sondern Jehovah „Er ist" vorkommt, ja, weiß er es nicht oder will er es nicht wissen, daß bei allen Opfergesetzen im 3. Buche Moses ebenfalls nur Jehovah, „der Gott des Erbarmens, des Wohlwollens, der innigen Liebe gegen die Menschen" vorkommt? Nun möchte ich einmal Herrn Geiger zu Gefallen auch allegorifiren. Wenn Jehovah „der Gott des Erbarmens, des Wohlwollens, der innigen Liebe und Güte gegen die Menschen" die Opfer befiehlt, so zeigt sich eben die erbarmende Liebe