Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottes in der Versöhnung der Menschen mit ihm durch Einsetzung der Opfer, die ihre Erklärung und vorbildliche Bedeutung doch nur . in dem großen Opfer, das der Messias in seiner Person vollbrachte, finden können. Diese Allegorie, Herr Rabbiner, ruht nicht auf schwachen Füßen wie die Ihrige, sie bewährt sich durch Ihre eigene Deutung , ja, durch unzählige klare Stellen der heil. Schrift. Wir haben bisher die religiösen Gesinnungen zweier hervorragender Reformrabbiner hinlänglich kennen gelernt,- die auch die Gesinnungen der meisten andern Fortschrittsrabbiner und jüdischen Wortführer sind. Um meiner Aufgabe zu entsprechen, will ich noch eine Handlung eines neu- oder halborthodoren Rabbiners mittheilen, die seine religiösen Gesinnungen bekundet. Im Januar d. I., ich glaube am 17., hielt Dr. Joel, der Nachfolger Geiger's im Rabbinat bei der jüdischen Reformgemeinde in Breslau, eine Gedächtnißrede auf dem jüdischen Kirchhofe daselbst bei Gelegenheit der Enthüllung des Denksteins für Lassalle, in welcher er den Verstorbenen mit Alkibiades verglich. Dr. Joel ist aus dem Breslauer Rabbiner-Seminar hervorgegangen, das im Gerüche der Orthodoxie steht, und deshalb hat es auch einen Kampf gekostet, ehe seine Wahl bei dieser Gemeinde zu Stande kam. Diese Handlung zeigt aber, daß die Besorgniß der fortgeschrittenen Mitglieder wegen der orthodoren Richtung des zu wählenden Rabbiners unbegründet war; nicht Alles ist Gold, was glänzt, und so auch nicht Alles orthodox, was dafür gehalten wird. Inder That ist diese Gedächtnißrede eine merkwürdige Erscheinung im Judenthum. Gern möchte ich dem lateinischen Sprichworte „äs wortuis nil nisi bene“ (von den Todten nur Gutes) Rechnung tragen, aber diesmal erheischt eö meine Aufgabe davon abzugehen. Wie viel Jude in dem Nichtchristen Laffalle steckte, ist Jedem bekannt, der nur etwas von seinem bewegten Leben und seinen Thaten gehört — und nun seine letzten Händel und sein Tod. Bekanntlich fiel er in einem Duell, das zwischen ihm und einem Rumänen, einem gewissen Herrn von Rakowitz wegen eines Fräuleins von Dönniges, die jeder von ihnen heirathen wollte, stattfand. Schon Phil, bemerkt über diesen Vorgang in der Allg. Zeit. d. Jud. Nr. 1 Jahrg. 1865: „ Das wäre auf einem jüdischen Gottesacker eine zwiefache Jnconvenienz: einem Duellanten