Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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die in Berührung tritt mit dem tiefen Urgrund aller Dinge," reducirt. Kein Wunder, wenn man bei Aufstellung solcher Ideen überall in der h. Schrift, wo Gott spricht, „die Vernunft, die Stimme des Gewissens, die höhere Gotteserkenntniß" reden läßt. So verfährt Geiger .mit der klaren Erzählung, in der Gott Abraham befiehlt feinen Sohn Isaak zu opfern. Nachdem er den Ursprung der Opfer und des Opferdienstes als eine Ausgeburt knechtischer Furcht vor dem zürnenden Gott, den man durch Geschenke sich geneigt zu machen sucht, geschildert, fährt er Seite 50 und 51 fort: „ Schon an der Schwelle des Judenthums läßt es im Innern des einzelnen Stammvaters diesen Kampf (gegen Menschenopfer) führen und siegreich überwinden. „„Elohim versuchte,den Abraham."" Verschiedene Gottesnamen sind in der heiligen Schrift gebräuchlich, und die alten Lehren geben uns dafür eine sinnige Erklärung: Elohim heißt Gott als der Mächtige, der Sttenge, der gleichfalls in Gott verehrt wird, wie auch die andern Völker dies in ihm in irgend einer Weise anerkennen; aber der andere Namen „„Er ist"" (Jehovah nämlich), wie wir früher schon ihn kennen gelernt, der Unaussprechliche, das ewige Sein, das allem irdischen und geistigen Sein zu Grunde liegt, „„der Gott der Geister für alles Fleisch,"" er ist der Gott des Erbarmens, des Wohlwollens, der innigen Liebe und Güte gegen die Menschen. Elohim nun versuchte den Abraham. Der alte Gottesbegriff, wie er damals herrschte, war auch in Abraham mächtig, die Anerkennung dieser göttlichen Macht ist in ihm so lebendig, daß er als deren treuer Diener sich beweisen will. „„Opfere Deinen einzigen lieben Sohn!"" Was hast Du Höheres empfangen, womit kannst Du Deine Unterwürfigkeit besser an den Tag legen? Er ist bereit dazu, alles ist dafür gerüstet; da ruft der Bote des Gottes „„Er ist"" vom Himmel hernieder: „„Strecke Deine Hand nicht aus gegen den Knaben."" Die höhere Gotteserkenntniß regt sich nun in ihm: Wie, Gott ist mächtig, aber ist er nicht auch allgütig? Gott ist allmächtig aber ist diese Macht eine tyrannische? Verlangt sie von dem Menschen, daf^ er seine Gefühle nicht veredle, sondern daß er sie hinschlachte? Ist das Gottesdienst, Gottesdienst die eigene Verstümmelung oder die Verstümmelung des Einzigen, was Dir gehört? Nein! Strecke