Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 9-10 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554747--04378-2560305- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IST wiederholt werden. Sie lauten: Dies ist das Resultat der Kämpfe, Erfahrungen und Arbeiten insbesondere der letzten 25 Jahre." Wer sich erinnert, daß die philippsonische „Allg.Zeit.d.Jud." imJahre!837 zu erscheinen begann, und weiß, daß Band II. seiner „Israelitischen . Religionslehre" 1862 das Licht der Welt erblickte, der merkt es warum „insbesondere" die letzten 25 Jahre hervorgestrichen werden. Sein Blatt, meint der Hr. Rabbiner, das 25 Jahre die Judenheit mit einer FlUth von rationalistischen und deistischen Artikeln beschenkt, das hat „das Resultat der Kämpfe, Erfahrungen und Arbeiten" bewirkt. Wenn dem so ist — was ich übrigens nicht glaube, weil noch viele andere Rabbiner und jüdische Prediger in diesem Zeitraum für die Ausbreitung des Unglaubens gewirkt haben — so darf dieses Niemanden wundern, wir wissen ja, daß die ganze Reihe der Propheten, Jesajas, Hosea, Joel, Amos u.s.w. bis auf Jeremia, wenig ausgerichtet haben, dagegen konnte sich oft ein Prophet von anderem Schlage seiner Resultate" rühmen. Es ist eben bemerkt worden, daß Dr. Phil, viele Gesinnungsgenossen unter den Reformrabbinern hat. Der hervorragendste unter diesen dürfte Dr. Geiger sein. Seine Ansichten über Offenbarung und Authenticität des Pentateuchs sind bekannt, er hat sie in seinen Schriften, besonders in seiner „Urschrift und Uebersehung der Bibel" ausgesprochen. Das Merkwürdige aber ist, daß diese Männer immer die Bibel zu ihrer unbiblischen Vernunft« religion mißbrauchen, indem sie den Kern derselben, die Offenbarung, beseitigen, biblische Erzählungen in allegorische Dünste auflösen und doch immer auf „die israelitische Bibel, auf die Offenbamng sich bemfen. In Dr. Geiger's neuester Schrift betitelt „das Judenthum und seine Geschichte in zwölf Vorlesungen, Breslau 1864," ergießt sich ein Strom krassen Unglaubens, von dem jeder Tropfen tödtendes Seelengist ist. Wollte ich Beispiele daraus anführen, müßte ich einen großen, wenn nicht den größten Theil dieser Schrift hier wiedergeben, da der Unglaube, wie gesagt, sich überall überbietet. Ich will mich daher nur auf eine Stelle beschränken und zugleich bemerken, daß Dr. Geiger zwar die h. Schrift den „Lebensquell" nennt, die Offmbarung aber, der eine ganze Vorlesung gewidmet ist, «^^„Genialität," die den Propheten innewohnte, auf „die menschliche Vernunft,