Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 7-8 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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einem Theile eines solchen Buches. Denn zu sagen, daß das Buch nicht gebrochen, nicht gelöst werden kann, heißt dem Verfasser desselben Untrüglichkeit zuschreiben, und das ist die Sprache, deren sich unser Herr und Heiland in Betreff der Bücher des Alten Testaments bedient — „die Schrift kann nicht gebrochen werden." Es ist sehr wahr, daß ein menschliches Element im Alten Testamente ist; aber Nichts, das einen Jrrthum in sich schließt, der gebrochen werden könnte. Das menschliche Element in dem geschriebenen Worte ist mit dem menschlichen Elemente in der Person unsers Heilandes, dem lebendigen Wort verglichen worden, und das mit Recht, denn bei dieser wunderbaren Person war Alles, all die menschlichen Elemente, so vollkommen unter der Leitung und Macht des heiligen Geistes, daß er durchaus ohne Fehl war. Da war Weichheit und Sorge; aber keine Sünde.- So ist es auch bei dem geschriebenen Worte. Da ist Verschiedenheit der Gefühle, der Fähigkeiten, der Temperamente, die alle bei den verschiedenen Autoren verschieden sind. Da ist die klagende Weichheit Jeremias, da sind die Seufzer und Rufe des Psalmisten, die glühenden Bilder Jesaias, die zierlichen Aussprüche Hoseas, die Wiederholungen Hesekiels; aber bei allen Nichts, das gebrochen werden könnte. Die Parallele ist vollständig. Nun werden wir, wenn wir also argumentiren, angeklagt, daß wir allen Theilen der Schrift gleiche Wichtigkeit zuschreiben. Wir thun das nicht. ES ist ein großer Unterschied zwischen „gleicher Wichtigkeit" und „gleicher Wahrheit." Wir sagen nicht, daß jeder Theil gleich wichtig ist, aber wir sagen, daß jeder Theil gleich ist, weil vollkommen wahr. Man sagt uns, daß in einem Kriege ein Unterschied ist zwischen den primären und secundären Stellungen, und wir geben es zu. Aber wir sagen, daß ein Feld, obschon eine sehr untergeordnete Stellung zu einer Festung, doch eben ein so wahres und wirkliches Ding ist, wie eine Festung. Es ist ein Unterschied zwischen der Erzählung von einer Magd, welche in der Ernte den Weizen reinigt, und der Beschreibung der Leiden unsers gelobten Heilandes von einem Propheten. Den Unterschied in der Wichtigkeit zugegeben, macht es doch keinen Unterschied in der Wahrheit. Das Eine ist so untrüglich wahr, wie das Andere, und wenn wir dem Herrn glauben, daß keinö von beiden gebrochen werden kann, daß kein Wort