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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 7-8 (1865) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
7-8 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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US Menschen ganz und gar unwürdig ist. Ich habe .nicht nöthig, es auszusprechen, daß wir mit Entsetzen vor der Voraussetzung zurückbeben, daß er in irgend einer Weise also hätte handeln können. Und wenn so, dann meinte er die Bücher des Alten Testaments. Ich meine, daß dies erwiesen ist; und in Betreff ihrer sagt er, „sie können nicht gebrochen werden." Das Wort, dessen er sich bediente, bedeutet eigentlich „auflösen," und figürlich auf Bündnisse und Verträge angewandt, bedeutet es „für Nul und nichtig erklären." „Und die. Schrift kann nicht aufgelöst werden." Keine Thatsache, die darin als Thatsache berichtet wird, kann von der wirklichen Geschichte losgelöst werden. Keine Lehre, die darin enthalten ist und als wahre Lehre dargestellt wird, kann von der wirklichen Wahrheit losgelöst werden, und keine Weissagung, welche von der Zukunft redet, kann von der wirklichen Zukunft losgelöst werden. Nun, was meinet alles dies? Die ganze Kraft der Berufung auf die Schrift liegt darin, daß nicht ein einziger Theil derselben gebrochen werden kann. In dem Falle vor uns ging die Beruftmg auf ein einzelnes Wort. Wenn ein einzelnes Wort nicht gebrochen werden könnte, so könnte sich dieBerufung auf dieses bezogen haben, und die Kraft desselben würde keinen Werth haben. Wie nun, wenn ein Ingenieur erster Größe für eine Avkerkette gutsagt, daß sie nicht zerbrochen werden kann, so sagt .er für jedes Glied derselben gut, und die Kraft der Kette ist nicht größer, als die Kraft ihres geringsten Gliedes. Wenn ein einziges Glied in derselben ist, das zerbrochen werden kann, so ist die Gutsagung ein Betrug. Nun aber steht unser Herr für die Bücher des Alten Testaments, daß sie nicht gebrochen werden können. Wir wissen My Lord, daß die Menschen, selbst die besten und weisesten Menschen, Jrrthümern, buchstäblichenJrrthümern und sogar mehr als buchstäblichen Jrrthümern ausgesetzt sind. Wer hat nicht von der Schwierigkeit — beinahe der Unmöglichkeit—gehört, Geschichte mit der größten Genauigkeit zu schreiben, und das nicht mit der absichtlichen Fälschung von Seiten des Geschichtsschreibers, sondern wegen der Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntniß selbst in Dingen, welche im Bereiche des menschlichen Verstandes liegen. Von keinem Buche von einem Menschen geschrieben kann in Wahrheit gesetzt werden, daß „es nicht gebrochen werden kann," ebenso wenig von 8*

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