Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 7-8 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Herr Jesus gesagt hatte, und beschuldigten ihn der Gotteslästerung, weil er es gesagt habe: Er hatte Vas sichere Heil seiner Kirche erklärt, die ihm vom Vater gegeben war, und indem er das that nannte er stch Sohn Gottes. Sie beschuldigten ihn der Gotteslästerung, weil er sich zum Sohne Gottes gemacht habe, da er doch ein Mensch sei! Seine Antwort war nicht eine direkte Verteidigung seiner selbst zu beweisen, daß er Gott sei. Sie war ein Hinweis auf den Widerspruch, dessen sie stch schuldig machten, indem sie die Sprache ihrer Schrift billigten und verteidigten, und doch zu gleicher Zeit gegen seine Sprache Einwand erhoben. In ihrer Schrift wird der Ausdruck „Götter" von Menschen gebraucht wegen ihrer Stellung und ihres Amtes. Nun, sagte er7 wenn ihr zugebet, daß die heilige Schrift nicht gebrochen werden kann, wie sagt ihr denn zu dem, den der Vater geheiliget und in die Welt gesandt hat, du lästerst Gott, darum daß ich sage, ich bin Gottes Sohn. Sie werden bemerken, daß, indem er diese Antwort gab, er die merkwürdigen Worte: „die Schrift kann nicht gebrochen werden", dazwischen einfließen ließ. Das war eine Wahrheit, die von seinen Zuhörern bereitwillig anerkannt wurde. Er bezog sich auf sie ohne allen Beweis, und sie enthielt eine unschätzbare Aussage. Gedenken Sie, wer er war und zu wem er sprach. Was konnte er damals verstanden, was konnte er gemeint haben mit dem Ausdrucke : „die Schrift." Wenn wir überhaupt irgend eine Achtung vor ihm haben, so werden wir gern zugeben, daß er verständlich und ehrlich zu denen sprach, die ihn hörten; daß er keinen Betrug ausübte, daß er das Wort „Schrift" nicht in einem Sinne gebrauchte, während diejenigen, die ihn hörten, es in einem andern verstanden. Was verstanden denn aber dieJuden zu derZeit unter dem Worte „dieSchrift"? Es ist ebenso bekannt, wie irgend eine geschichtliche Thatsache sein kann, daß sie unter „Schrift" die Bücher des Alten Testaments verstanden. Sie nahmen nicht die apokryphischen Bücher an, sondern nahmen das Gesetz Moses, die Psalmen und Propheten als von Gott kommend an. Das war es, was sie unter „Schrift" verstanden. Nun, weny erotwas Anderes meinte, wenn er nicht meinte, was sie meinten, dann war er schuldig zu einer Täuschung in ihren Gemüthern beizutragen, er übte einen Betrüg; er handelte in einer Weise, wie es eines ehrlichen