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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 7-8 (1865) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
7-8 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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110 wird eure Ueberzeugung werden, daß die heiligen Männer Gottes geredet haben, getrieben von dem heiligen Geiste, und daß alle Schrift von Gott eingegebenist. So in Betreff des Sühnopfers. Einige sagen uns, daß das Sühnopfer ein so heiliger, so geheimnißvoller Gegenstand sei, daß man nicht zu allgemein und zu oft auf dasselbe Bezug nehmen sollte, und von Andern wird die Lehre von dem Sühnopfer völlig geleugnet. Nun ist es aber unmöglich , diese Ansichten aufrecht zu erhalten bei einer näheren Bekanntschaft mit der Sache der Juden. Warum? Von den frühesten Zeiten, wo der sittliche Mangel bei dem Menschen einen Mittler nöthig hatte, ist das Opfer der hervorragenste Zug in den Offenbarungen, oder Enthüllungen Gottes an die gefallene Welt gewesen. So war es in der patriarchalischen Haushaltung, so in der des Gesetzes. Aber was waren diese Opfer? Es waren- Opfer, welche in fich selbst nicht die Sünde wegnehmen konnten. Da also diese Opfer keine inwohnende wirkende Kraft in sich hatten, so müssen sie vorbildlich gewesen sein. Wenn sie aber vorbildlich waren, so muß es ein Gegenbild gegeben haben; und wo ist das Gegenbild, wenn nicht in dem Sühnopfer Christi? So sage ich nun, daß die angeregten Streitigkeiten nur noch einen Grund hinzufügen, warum wir, anstatt des abnehmenden Interesses für die Juden, unsere Gedanken, unsere Anstrengungen, unsere Gebete dieser geheiligten und gesegneten Sache desto eifriger zuwenden. Und wenn es der Fall wäre, daß die Zustände der Zeit andeuteten, daß das Ende sich nähert — wenn wir in den Kriegen und in dem Geschrei von Kriegen, die vorhanden sind — wenn in den Pestilenzen — wenn in den Erdbeben — wenn in der Verwirrung der Gemüther der Menschen — wenn in der Abnahme des christlichen Eifers und der christlichen Liebe — wenn in dem Wachsthum der Ketzereien — wenn wir in allen diesen Dingen alle jene Zeichen lesen, auf welche unser hochgelobter Heiland selbst als die Vorboten und Vorläufer des Endes hinwies—so wollen wir die Lenden unsers Gemüths umgürten — so wollen wir fleißig sein — so wollen wir immer reicher werden zu jedem guten Werke — so wollen wir unsere Ansprüche einsetzen, um an dem Segen Theil zu nehmen, welcher denen verheißen ist, die das Wohl Israels suchen: „Gesegnet soll sein, der Dich segnet."

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