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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 7-8 (1865) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
7-8 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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unmoralische Wesen, die Religionsverachtung unserer Heimischen Bevölkerung in Erwägung zu ziehen, ünd dann schließt er, daß es gewiß Krastverschwendung ist, so viel Geld und Zeit und Anstrengung auf die Bekehrung derer außerhalb zum Nachtheile der heimischen Bevölkerung zu verwenden. Wir alle, My Lord, wissen wohl, daß dies die alte, viel gebrauchte Form deö Einwandes gegen jede Missionsthätigkeit ist — daß es auf den Lippen eines Jeden, welcher uns in den Missions-Unternehmungen muthlos machen möchte, liegt zu sagen:— Bekehret erst die Heiden zu Hause, bevor ihr um die Theilnahme zur Bekehrung der Heiden außerhalb bittet. Nun nichts kanneinfacher oder folgerechter sein, als die Antwort hierauf. Unser Herr hat uns geboten, in alle Welt zu gehen. Wir sollen nicht die Heiden daheim vernachläßigen. Gott behüte, daß wir das thun sollten. Wir sollen aber auch nicht das Gebot vernachläßigen, das uns befiehlt, auf die entferntesten Winkel der bewohnten Erde Rücksicht zu nehmen und das Evangelium überall hinzusenden, wohin wir es senden können. Und noch mehr als dies: Ich behaupte ohne Zögern, daß diejenigen, welche den hervorragensten Antheil an den Bestrebungen der Evangelisirung sowohl der Heiden außerhalb, als auch der Juden nehmen, es zugleich auch sind, welche sich hauptsächlich auszeichnen in den christlichen und menschenfreundlichen Bestrebungen zur Bekehrung und Verbesserung der Lage der Heiden im eigenen Hause. Wenn sich unser Jahrhundert in religiöser Hinsicht mehr als andere Jahrhunderte in einem Zuge ausgezeichnet hat, so glaube ich, daß dieser Zug die Wiederbelebung des Misstonsgeistes ist. Und wohl gemerkt, die Wiederbelebung des Misstonsgcistes folgte nicht, sondern ging voran den Bestrebungen zum moralischen Nutzen und zur geistlichen Wohlfahrt der heimischen Bevölkerung: Unsere kirchliche Missionsgesellschaft, unsere Bibelgesellschaft wurde lange vor der kirchlichen Pastoral-Hülfsgesellschast gegründet, und Niemand kann die Geschichte dessen genau betrachten, was sich im Laufe unserö Jahrhunderts ereignet hat, ohne Grund zu finden, anzunehmen, daß es die Entzündung des Missionseifers und die Erweckung der Liebe zu den Seelen der Heiden war, was indirect die herrlichen Bestrebungen anregte, welche zur socialen und geistlichen . Wohlfahrt der heimischen Bevölkerung gemacht worden sind, so daß die

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