Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 7-8 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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begriffen sind. Wir messen den Gehalt unserer Pflicht nicht mit dem Maße des Erfolges. Wenn wir überhaupt gar keinen Erfolg sehen, so bleibt doch unsere Marschordre: „Gehet hin und predigt das Evangelium aller Kreatur," und wir würden trotz aller Entmuthigung in den Bemühungen, die Juden zu bekehren, beharren. Aber ich sage, daß es eine Schmähschrift gegen diese Gesellschaft und andere verwandte Gesellschaften ist," wenn man schreibt, sie hätten keinen Erfolg. Zwar ist nicht der Erfolg da, für den wir hoffen und beten dürfen. Die allgemeine Einsammlung Israels ist noch nicht vorhanden, und wir erwarten.sie auch nicht unter der gegenwärtigen Haushaltung. Aber der Erfolg ist ganz hinreichend, um darzuthun, daß durch diese Gesellschaft die Uebergebliebenen nach der Wahl der Gnade zur Heerde Christi eingesammelt werden. Nun, man nimmt an, My Lord, daß es , als diese Gesellschaft gegründet wurde, nicht fünfzig bekehrte Juden in diesem ganzem Königreiche gab, und jetzt sind in London allein 3,000 bekehrte Israeliten. Die Gesellschaft kann von 20,000 bekehrten Israeliten reden, von denen sie hoffen darf, daß sie ebenso Glieder der unsichtbaren, wie der sichtbarenKircheChristi sind. Mehr als hundert ordinirte Geistliche, welche ursprünglich Glieder der jüdischen Gemeinschaft waren, nun aber zu dem Glauben an Christum bekehrt sind, predigen das Evangelium. Das sind Zeichen von Erfolg, auf die wir mit Siegesfreude Hinblicken und mit dankerfüllten Herzen sagen können:— Der Herr ist in Wahrheit mit uns, und wir wollen in diesem großen Werke vorwärts gehen. Aber die zweite Ursache, welche der Schreiber als Grund der „Abnahme" der „Bekehrungöwuth," wie er es nennt, anführt, ist der Fortschritt der Aufklärung. Man redet in unsem Tagen viel von Aufklärung, welche nach meiner Meinung viel genauer mit einem andern Wort bezeichnet werden könnte. Ein großer Theil unserer sogenannten Wissenschaft ist gerade der Gegensatz zur wirklichen Wissenschaft. Ein großer Theil der gepriesenen Aufklärung des gegenwärtigen Zeitalters ist, wie ich glaube, nichts Geringeres, als dicke Finsterniß. Aber in welcher Weise macht, nach Allem, der Schreiber Gebrauch von diesem Argumente? Er sagt, daß der Fortschritt der Aufklärung in unserm Zeitalter Leute veranlaßt hat, sich im eigenen Hause umzusehen — das Elend, die Unwissenheit, das Laster, das