Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 7-8 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mission unter den Heiden vorgebracht werden kann, kann in gleicher Weise auch für die Missionsthätigkeit unter den Juden angeführt werden. Das Gebot unsres hochgelobten Heilandes: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur," das der Grundstein aller Missionsbestrebungen ist, erfordert ebenso die Thätigkeit des Christen für das Heil des ungläubigen Israeliten, wie die für das Heil des ungläubigen Heiden. Die sittliche Lage des Juden erfordert in gleicher Weise wie die des Heiden unser christliches Mitleid und unsere Anstrengung. In seiner Blindheit und seinem Unglauben verwirft er den alleinigen Namen, der unter dem Himmel den Menschen gegeben ist, darinnen wir können selig werden, und die Urkunde, durch die wir als Christen unser Vorrecht besitzen, lehrt uns, daß das Licht, welches uns Gott gegeben hat, uns dazu gegeben ist, Andern mitzutheilen. Auch können wir nicht einen längern Besitz der Gnadengabe Gottes erwarten ausgenommen in so weit als wir die Gaben zu seiner Ehre gebrauchen und zur Evangelistrung derer, welche im Finstern sitzen. Aber außer diesen Gründen, welche sich im Allgemeinen auf das Missions- Werk beziehen, giebt es noch besondere Verpflichtungen zur Missionsthätigkeit unter den Juden. Es ist eine große unermeßliche Schuld der Verpflichtung gegen die Juden, eine Schuld, welche die christliche Kirche so träge gewesen ist, anzuerkennen und so saumselig, sich derselben zu erledigen. Da sind die klaren Offenbarungen von den gnädigen,Absichten Gottes in Bezug auf Israel. Da ist die unumstößliche Gewißheit, daß unerachtet ihrer gerechten Blindheit und Zerstreuung über die ganze Erde es Uebergebliebene giebt nach der Wahl der Gnaden. Da ist die ausgesprochene Wahrheit, daß sie nicht Barmherzigkeit überkommen haben, damit wir ihnen Barmherzikeit erzeigen sollen und Werkzeuge werden zur Einsammlung vieler zerstreuten Kinder Abrahams in die Heerde Christi. Und dann neben diesen Erwägungen die herrliche Aussicht in die Zukunft; .denn wer kann in Betrachtung der Sache Israels und ihrer Ansprüche auf die Hülfe der Christen seine Augen für die herrliche Thatsache verschließen, daß Israel bis auf den heutigen Tag wunderbar erhalten worden ist, damit es später mit noch größerem Ruhm und Frohlocken überschüttet werde, als ihm je zuvor zu Theil geworden ist? Alle diese Erwägungen scheinen mir auf den Schluß