Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Fortsetzung seiner Studien an und so trat er als Student in die Universität von Princeton ein. Es dauerte nicht lange, so lernte er das Evangelium kennen und lieben, ließ sich von dem erwähnten Geistlichen taufen und vertauschte nun das Studium der RechtSgelehrsamkeit mit dem der Theologie. Nach Vollendung feiner Studien bot er sich der amerikanisch-presbpterianischen Missions- Gesellschaft zum Missionsdienste an, sprach aber den Wunsch aus, nach Afghanistan (zunächst Peschauer) gesandt zu werden, weit er hoffte, unter den Afghanen Reste der zehn Stämme Israels zu finden. Im Jahre 1856 traf er dort ein. „Bei einer fast zwerghaft kleinen Gestalt besaß er eine außerordentliche Intelligenz, einen eisernen Willen und eine unüberwindliche riesenmäßige Ausdauer." Besonders eminent war seine Sprachengabe. In vier Jahren bemächtigte er sich des Puschtu (Afghanischen) so vollständig, daß er eine ebenso tteue als meisterhafte Uebersetzung des Reuen Testaments in diese Sprache zu liefern im Stande war. Vielleicht Niemand ift Indien besaß eine so große Kenntmß der asiatischen Literatur, der indischen Sitten und Denkweisen und deS ganzen VolkScharakterS. Von seiner immensen Thätigkeit läßt sich kaum eine Vorstellung geben. Er schlief kaum drei oder vier Stunden, arbeitete dann an wissenschaftlichen und sprachlichen Werken, führte eine ungeheure Carrespondenz, predigte täglich auf verschiedenen Bazars und war doch für Fremde wie für Freunde allezeit zugänglich. Da erreichte ihn plötzlich und unerwartet ein gewaltsamer Tod. Er soll nämlich Morgens früh um 7 Uhr in den Garten, der um sein Gehöfte her liegt, gegangen sein, wie er freilich oft that; da hält ihn der von chm selbst angestellte bewaffnete Nachtwächter für einen Dieb, schießt nach ihm und tödtet ihn auf der Stelle. — In der Gerichtsverhandlung wurde der Nachtwächter des „Todschlags" für schuldig befunden und zu zwei Jahren Zuchthausstrafe verurtheilt. Ein anderes Blatt (der Missions-Freund) berichtet den Mord des Missionars Löwenthal ganz kurz. Es sagt: „Noch räthselhaster ist Löwenthäls Tod (nämlich als der Janviers). Der soll früh Morgens nach seiner Gewohnheit in den Garten gegangen, von seinem eigenen Nachtwächter, der ein Muhamedaner war,