Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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theilweise Mangel des Erfolges verleitet sie nicht, ihr Wirken als hoffnungslos aufzugeben, und die öffentliche Meinung würde ihre Verzweiflung streng rügen, während sie ihre Ausdauer billigt. „Man darf jedoch nicht vergessen, daß in Jerusalem, welches gerade die Festung des Judenthums ist, sich dem. Evangelium eine ungeheure Opposition entgegenstellt, wodurch (wie man vernünftiger Weise voraussetzen muß) viele furchtsame Forscher zurückgehalten werden frei Hervorzutretm. Denn es giebt in der That durch den Uebertritt zum Christenthume Nichts zu gewinnen. Es geht einem Juden unter seinem Volke viel besser, als bei unS. Wenn er seinem alten Glauben entsagt, verliert er alle seine Freunde, muß sich wahrscheinlich von seiner Frau scheiden lassen und kommt in die Gefahr zu verhungern. Der einzige zeitliche Vortheil für ihn ist die Gelegenheit, sich in einer bescheidenen Drechslerwerkstätte etwas zu verdienen, wo Sachen aus Olivenholz zum Verkauf verfertigt werden. Sie besteht auch mehr zu dem Zwecke, weil von Seiten der Missionare kein Verlangen da ist, aus einem Juden, der blos den Namen Jude hat, einen Namen-Christen zu machen. Sehr richtig und weise, aber auch sehr tröstlich spricht sich Herr Venn über den Gegenstand aus, und verbreitet damit zugleich einiges helles Licht über die sogenannten geringen Erfolge der protestantischen Missionen, wenn er sagt: „Alle Versuche, den Grund zu einer protestantischen Mission ohne wahre Bekehrungen und geistliches Leben in den Seelen zu legen, werden ebenso unbefriedigend und vorübergehend sein, wie die eines Taviers und seiner Nachfolger. Christliche Erziehung mag ausgedehnt, eine sichtbare Kirche in all ihrer Vollendung mag gegründet, Eivilisation mag durch industrielle Anstalten befördert werden; aber das macht keine lebendige Kirche. Die Bekehrung der Heiden ist ein schweres Werk, selbst wenn das Wort mit Kraft und Erweisung des Geistes begleitet ist. Eine Zeit lang, besonders in den ersten Tagen der Frische und Hoffnung, kann die Mission zu blühen scheinen; aber wenn der geistliche Kern fehlt,- so wird das Ende Täuschung und Fehlschlagen der Hoffnungen, und zu oft Abfall der Bekehrten sein." Unsere Freunde hier wünschen ein Werk zu thun, das auch dann