Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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weil auch die messianischen Stellen ihren Ideen nicht entsprechen, das Buch Jes. in zwei Theilr Cap.1—39 und 40-66 checken*) und den zweiten Theil in eine spätere Zeit setzen, den sie den „Pseudo- Jes.," also den falschen Jes. nennen. Christliche Theologen, die in der gelehrten Welt einen Namen haben, haben ausführlich und gründlich das Jrrthümliche dieser rationalistischen Ansicht dargechan, aber dem Herrn Rabbiner Phil, beliebte es größtentheils den Ansichten der ersteren zu folgen. Gleiches mit Gleichem gesellt sich. Dasselbe Verfahren findet auch gegen das prophetische Buch Sach. Statt, und daß es mit Daniel ebenfalls der Fall ist, ist schon früher erwähnt worden. Für seine Ansicht, daß Jes. 9, 5 6 und Jes. 11 auf den König Hiskia sich beziehe, — obgleich, beiläufig bemerkt, nichts von dem, was da geweiffagt, an Hiskia in Erfüllung ging — beruft sich Phil, auf den Talmud Tract. Sanhedrin Fol. 94* und Fol. 98b. In der ersten Stelle, meint er, schwanke diese Ansicht bei den Talmckdisten, nämlich, ob diese Weissagung auf Hiskia zu beziehen sei; in.der zweiten aber behaupte dieses Hillel ausdrücklich. Für uns ist es wahrlich eine gleichgültige Sache, was der Talmud über ein klares prophetisches Wort sagt, oder nicht sagt, aber es handelt sich hier darum, philippsonische Beweise aus dem Talmud, über den in seinem Blatte nochmal verächtliche Aeußerungen hingeworfen werden, kennen zu lernen. In beiden Stellen des Talmuds finden sich keine directen Behauptungen, sondern in weitläufigen, geschmacklosen Raisonnements,**) die dem Talmud eigen sind, wird in der ersten gesagt, daß Gott Hiskia *) Ein gelehrter christlicher Theolog macht dazu die treffende Bemerkung, daß die jüdische Tradition, nach der Zes. zersägt sein soll, sich jetzt an seinem Buche erfülle. ^Nachdem etwa 2550 Jahre verflossen sind, seit Jes. seine Weissagungen ausgeschrieben hat, zersägen Juden und Christen dieselben unbarmherzig. Siehe Tal. Bab. Tract. Sanhedrin Fol. 103>> und Hengstenbergs Christologie des A. Test. 1. Theiles 2. Abtheilung xa§. 9. **) Ich bin weit entfernt behaupten zu wollen, daß im Talmud nicht Gutes und auch Belehrendes vorkomme. Aber jedem Talmudknndigen ist es bekannt, daß die Menge von Sophismen, Spielereien und wunderlichen Ideen in demselben, besonders in den sogenannten agadifchen Abschnitten, das Gute überwuchert.