Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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sagungen absichtlich falsch übersetzt und gedeutet und doch mit sich selbst in Widerspmch gerathen ist, nachdem er die Propheten Jes. und Sacharja mit dem Messer der Kritik zerschnitten und jeden in zwei Theile zerlegt, — „Jes. I. von Cap. 1 — 39, Jes. II. von Cap. 40 — 66, Sach. I. von Cap. 9 — 14 und Sach. II. von Cap. 1—8 " — nachdem er also alles das gethan, äußert er seine besondere Zuftiedenheit mit Jeremia, indem er S. 255 sagt: „Wie Jirmejah alle seine Verkündigungen in einfaches und klares Wort kleidet, so geschieht dies auch hinsichtlich der messtanischen Zeit. Er sagt hierüber Cap. 3,17 u. s. w. — Hat also der Herr Rabbiner wirklich einen Propheten gefunden, mit dem er zufrieden ist, und behandelt er wenigstens Jeremia als einen Propheten, mindestens als glaubwürdigen Mann, möchte ich sagen? Ach nein, der Pferdefuß kommt bald nach, denn es heißt gleich darauf: „Von einer messtanischen Person ist bei ihm — Jer. nämlich — nirgends die Rede, wenn er auch Cap. 23, 5. 6 und 33,15 über das wiederhergestellte Israel einen König aus dem Geschlechte David's regieren läßt, „„der Recht und Gerechtigkeit übt im Lande,"" was zu erklären bei der damaligen Entartung der Königsfamilie und den oftmaligen Drohungen, die Jirmejah gegen sie schleudern mußte, für ihn ein Bedürfniß war." Da haben wir also die philippsonische Meinung von dem Charakter des Propheten Jer. in klaren dürren Worten, er läßt ihn nach dem bekannten verwerflichen Spruche Talleyrand's: , Die Sprache ist da, um seine Gedanken zu verbergen," handeln und macht ihn zu einem heuchlerischen Politiker und gemeinen Lügner. Und welche rabbinische Logik noch obendrein! Weil Jerem. der Königsfamilie mit ihrer baldigen Gefangennahme durch die Chaldäer und dem ewigen Ausschlüsse ihrer Nachkommen von der Thronfolge droht, „ist es ihmein Bedürfniß" dieselbe damit zu vertrösten, daß in ferner Zukunft, „nach der Wiederherstellung Jsrael's," wieder ein König aus dem Geschlechte Davids, aber nach Cap. 22, 28 — 30 von einer andern Linie, regieren wird. Solchen Unsinn will man in die klaren Worte des Propheten hineinbringen, um nur das Gegentheil von dem behaupten zu können, was dieser sagt, und um gewissermaßen die Augen der Leser zu blenden, werde« diese Worte gär nicht einmal angeführt. In, der That muß