Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 5-6 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Herstellung „in äußerer und innerer Größeüt äußerer Verherrlichung und innerer Heiligung" erfolgen,"und von diesem Zteformisraelit die Gotteserkenntniß über alle Nationen ausstrahlen. O, was für ein herrliches Friedensreich würde da entstehen, in dem natürlich Herr Phil., der Vieles dazu beigetragen, den ersten Platz einnehmen würde. Nun Gott bewahre uns vor diesem Friedensreiche, von dem man mit den Propheten Jeremia und Micha sagen müßte: „Friede, Friede, und doch ist nicht Friede." Im weiteren Verlauf des Leitartikels finden wir einen ergötzlichen Vergleich zwischen den Propheten und den heutigen Juden in folgenden Worten: „So wie aber einst die Propheten, je mehr sie aus dem engen Umkreis ihrer Heimath in die große Welt der Völker hmaustraten von der Idee eines persönlichen Messias abließen und wieder allein die Idee der messianischen Zeit festhielten: so schwächte sich auch in den Juden der neueren Zeit, sobald sie aus ihren engen. Ghettis in das große Culturleben der Völker eintraten, der Glaube an einen persönlichen Messias ab" u. s. w. Ferner: „Es ist daher im gegenwärtigen Judenthum diese Frage, ob persönlicher Mchsias oder messianische Zeit? dem Individuum zur eigenen Beantwortung freigestellt" u. s. w. Man traut wahrlich.kaum seinen Augen, wenn man solche lästerliche Worte liest und dabei denkt, daß sie von einem Rabbiner niedergeschrieben sind, um die Juden aufzuklären, um „Licht und Wahrheit" unter sie zu verbreiten. Also wohl gemerkt: So lange die Juden in den engen Ghettis wohnten, waren sie einfältige, unerfahrene Leute, und glaubten, „wie die Propheten in der ersten Zeit," an einen persönlichen Messias, aber jetzt in's Culturleben eingetreten, sind sie klüger geworden und haben, „wie die Propheten es später gethan," von diesem Glaubenabgelaffen. Welch ein großer Fortschritt! Und ihr, arme Propheten, was hat nicht Alles der Fortschrittsrabbiner des 19. Jahrhunderts, Herr Phil., an euch entdeckt! Ihr habt euch lange in dem „engen Umkreis eurer Heimath" mit.der.Idee eines persönllchen Messias vergeblich abgemüht und obendrein noch diese Idee im Namen Gottes verkündigt, aber sobald ihr „ in die große Welt der Völker hineintratet," seid ihr auch gleich zur besseren Einsicht gelangt.