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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 5-6 (1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
5-6 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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im Traume (Cap. 2) vier Weltreiche von Gold- Silber, Kupfer und Eisen sehen läßt, vier Weltreiche, die, wie wir in unftrm Bibelwerke B. III. S. 799 erwiesen haben , , durchaus nicht bestimmte geschichtliche Reiche bezeichnen, sondern den Gedanken ausdrücken, daß kein menschliches Reich bestehen würde, daß vielmehr eines auf das andere folgen und das vorhergehende zertrümmern werde,, bis durch diese beständigen Vernichtungökämpfe ihr Ende herbeigeführt werde." In diesem einen Satze schon zeigt Herr Philippson hinlänglich seine „Gesinnungstüchtigkeit," die ganze Geschichte dieses Traumes, wie sie im Buche Daniel erzählt wird, wird ignorirt, ja geläugnet: nicht Gott hat ihm diesen Traum geoffenbaret, sondern er hat sich Fremdartiges während des Erils in Babylon angeeignet, er läßt dieses fremdartige Bild Rebuchadnezar im Traume sehen, und weil es sein eigenes Product ist, so hat es auch keinen bestimmten Inhalt, es bezeichnet nicht vier geschichtliche Reiche, sondern einen bloßen Gedanken, die Vergänglichkeit aller menschlichen Reiche. Daniel also ein Schwärmer, ein Traummacher und Traumdeuter, und Herr Philippson, der dies entdeckt, ein scharfsinniger Mann, ein Philosoph! Doch halt! Herr Phil, meint es nicht so arg mit der Person des Daniel, er ist ja ein Kritiker, und da hat er mit jenen Kritikern gemeinschaftliche Sache gemacht, die dem Buche Daniel theilweise -oder im Ganzen die Echtheit absprechen und meinen, ein späterer Jude habe das Buch etwa zur Zeit der Maccabäer geschrieben und es Daniel untergeschoben.*) Wahrlich, hätte sich der kritisirende Rabbiner etwas *) Das sagt Phil, selbst ganz nngenirt in der Nummer 44 der Mg. Zeit, des Judenth. Jahrg. 1863. Er argumentirt dort »ach seiner Weise Wer die Existenz und die Lehre von den Engeln in der heil. Schrift und behauptet, daß „Sacharja ünd Daniel II" in Bezug auf diese Lehre eine Ausnahme und' einen Uebergang zum Späteren machen, „die sich offenbar unter demparfischm Einflüsse gebildet hatten." Dazu giebt er folgende Anmerkung: „Daß das Buch Daniel aus zwei ganz verschiedenen und eben so ans ganz andern Motiveih wie aus verschiedenen Zeitaltern hervorgegangenen Büchern besteht, Kap. 1 — 0 und Kap. 7 — 12 ist unzweifelhaft." Er verweist -darüber auf sein Bibelwerk. Gelehrte christliche Theologen, wie Prof. Hengstenberg, Hävernick n. a. haben klar und gründlich die Echtheit und Einheit des Daniel nachgewieseü, und selbst rationalistische Kritiker, wie Gesenius, de Wette und Bleck haben die

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