Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1865-01-01 · 5-6 (1865) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
5-6 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554741-2554745--04308-2560233
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und 36. Ein Propheten-Jünger fordert seinen Nächsten „auf das Wort Jehovah's," also auf Grund göttlicher Offenbarung, auf, ihn zu schlagen. Dieser weigert sich, das zu thun, und der Jünger Kndigt ihm sofort für seinen Ungehorsam, der eine Folge seines Unglaubens ist, eine schreckliche Strafe von Gott an, nämlich den Tod, den ihm ein Löwe zufügen wird, was auch bald nach seiner Entfernung geschieht. Der Unglaube, der Ungehorsam gegen die Stimme Gottes, die der Propheten-Jünger verkündigt, wird eben so streng bestraft, wie der Unglaube und Ungehorsam gegen die göttliche Stimme, die Moses verkündigt, weil die Propheten ebenso Träger der göttlichen Offenbarung sind, wie Moses, weil der Glaube an die göttliche Offenbarung sowohl durch Moses, als durch die Propheten, der Pfeiler des Judenthums ist, und wer diesen umstößt, stößt das ganze Judenthum um. Wie äußern sich nun die Gesinnungen der heutigen Juden in Bezug auf diesen Offenbarungsglauben? Von jeher waren es die Leiter Israels, Richter, Könige, Priester, die ihren Einfluß auf das Volk in ausgedehntestem Maße ausübten. Waren diese fromme, Gott ergebene Männer, so war ihr Einfluß auf das Volk gleich darin sichtbar, daß dasselbe ihre Gesinnungen theilte und „Jehovah, seinem Herrn diente/' waren sie hingegen gottlos, ergaben sie sich dem Götzendienste, sogleich wurde auch das Volk Jehovah untreu, und Laster und Greuel aller Art, wie sie nur der Götzendienst erzeugen kann, waren unter dem ganzen Volke im Schwünge. Selbst in späteren Zeiten, als ganz andere Männer zu Führern des Volkes sich aufwarfen, neue Lehren und neue Gesetze demselben aufdrangen und für diese gleiche Autorität, wie für die mosaischen beanspruchten, fanden sie ebenfalls Gehör beim Volke, und es gelang ihnen, den sophistischen Pharisäern und Schriftgelehrten nämlich, durch Aberglauben und allerlei Ungereimtheiten das Judenthum zu verunstalten. Es erscheint mir daher dem Zweck entsprechend, wenn ich, geehrter Herr Redacteur, das Augenmerk der Leser Ihres geschätzten Blattes zuerst auf das Thun und Treiben der jüdischen Wortführer richte und dann zeige, welche Frucht ihre Aussaat unter den Juden hervorgebracht und welcher Umschlag vom Aberglauben zum

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.