Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554744--04301-2560225- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gende pnh zugM tröstliche Mtzcheft, dqß M„dey FrOen MeM Seele" nicht selbst „erringen" können, wie -er Verfasser meint im Stande zu sein, sondern daß wir den Tod verdient haßen Md nur durch Gottes freie und erbarmende Gnade, um des Opferblutes willen, wenn wir dieselbe bußfertig und gläubig uns aneignen, von unfern Sünden erlöst werden, wie der Prophet Jesaias 53 von dem Messias sagt: „die Strafe liegt auf ihm, aufdaß wirFrieden hätten, und durch seine Munden sind wir geheilet." wäre allerdings noch manche Schattenseite dieses „Lehrbuchs" zu Mgiren, aher wir haben bereits den Raum einer Recension überschritten und wir wollen daher nur noch bemerken, daß zwar für die. vorgetragenen Sätze meist viele Bibelstellen angeführt sind, diese aber öfters gar nicht das beweisen, was sie beweisen sollen. Wir wollen Beispiels halber nur folgende Fälle anführen: S. 79 soll bewiesen werden, daß die Zeit der Ankunft des Messias verborgen sei, und dafür wird 5. Mos. 32, 34 angeführt: „Solches ist bei mir verborgen, versiegelt in meinen Schatzkammern." Was haben diese Worte für einen Zusammenhang mit der Zeit des Kommens des Messias?! — S. 176 heißt es, daß auch „derjenige gegen das 6. Gebot" (du sollst nicht tödteu) „sündigt, welcher sein eigenes Leben verkürzt, seine Gesundheft gefährdet" re. Und als Beweisstellen werden unter andern auch angeführt 5. Mos. 4, 9—15. „Nur wahre dich und wahre dein Leben wohl... und nehmet eure Seelen in Acht." Ebenso Ps. 118,17: „Ich will nicht sterben, sondern leben und verkünden die Werke Gottes." Wer außer dem Verfasser ist im Stande, in den angeführten Schristworten eine Warnung vor Selbstmord oder dergleichen zu finden? — S. 178 werden „die Pflichten der Ehegatten" genannt und unter den Beweisstellen findet sich auch 4, Mos. 24, 5—6: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, o Israel! Wie Thäler dehnen sie sich hin, wie Gärten am Strome, wie Aloe, die Gott gepflanzt, wie Zedern am Gewässer." — Viel trauriger aber ist es, baß der Verfasser sich nicht scheut, Stellen der Bibel durch Einschiebung von Worten und falsche Uebersetzung einen ganz andern Sinn zu geben, als sie in der Bibel haben, den der Verfasser aber grade für seine «Lache braucht. So führt er S. 37 zum Erweise, daß „eine übernatürliche Mittheilung des göttlichen Willens" darum „Nvthwendig" war, weil sonst die Natiormr sich dem Götzendienst zuwenden, 1. Mos. 4, 26 an: „Damals fing man an zu benennen Götzen mft dem Namen des Ewigen." Aber wo steht in diesem Verse etwas von „Götzen?" Die Uebersetzung „der israelitischen Bibelanstalt" giebt zwar die Stelle ebenso; aber sie hat wenigstens das Wort „Götzen" in eine Parenthese gesetzt, um anzuzeigen, daß dieses Wort nicht im Grundtext steht. Eine Anmerkung sagt überdies noch: „Nach Andern: damals fing man an anzurufen den Namen des Ewigen." Der jüdische Uebersetzer Zunz gibt die Worte sehr schwerfällig: „damals wurde begonnen zu