Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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gewünscht verbannt zu sein von Christo für meine Brüder, ,He meine Gefreundte sind nach dem Fleisch, welchen gehöret die Kindschaft; ^und die Herrlichkeit, und die Bündnisse, und das Gesetz, und der Gottesdienst und die Verheißung." Cap. 9, 3.4. Und wiederum 11,15: „Denn so ihr Verlust der Welt Versöhnung ist, was wird ihre Wiederannahme anders sein, als ein Leben von den Todten." Und V. 25—27: „Blindheit ist Israel eines Theils widerfahren bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob. Denn das ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen." Der Apostel Paulus verkündigt also die Bekehrung und Erlösung Israels ebenso wie die Propheten, und stellet diese Erlösung hin, als ein Leben von den Todten für die Welt, also als die Vollendung des Reiches Gottes. Wie steht es nun aber in dieser Hinsicht mit der christlichen Kirche, oder auch nur mit den lebendigen Gliedern derselben? Es wäre undankbar, ja eine Unwahrheit, wenn wir leugnen wollten, daß bei diesen allerdings ein Verlangen, eine Sehnsucht nach dem Kommen des Reiches Gottes zu allen Völkern und auch zu Israel vorhanden sei; und nicht allein das, sondern daß sich selbst ein ernstes Streben bei ihnen zeigt, das Reich Gottes auf Erden zu verbreiten, was eher im Wachsen, als im Abnehmen ist. Aber bei alle dem müssen wir doch klagen: Ach wie wenige sind es doch, besonders in unferm deutschen Vaterlande, die durchdrungen von der vollen Wahrheit von ganzem Herzen bekennen: „Um Zion willen, so will ich nicht schweigen, und um Jerusalem willen, so will ich nicht innehalten." Doch auch hier wollen wir wiederum nicht undankbar sein, sondern vielmehr bekennen, daß sich die Zahl derer von Jahr zu Jahr vermehrt, die von Herzensgrund in dies Bekenntniß einstimmen und an Zions und Jerusalems Bau thätig Hand anlegen. Unsere englischen Brüder sind uns deutschen auch hierin vorangegangen. Als zu Ende deö vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts die Misflonsthätigkeit unter den Heiden immer regere und wärmere Theilyahme fand und an Ausdehnung gewann, dachten