Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Ort, hier ist wahrhaftig die Stätte Gottes und die Spur seiner Gegenwart. Aber ist nutt die große Geschichte, welche um Jerusalem Heist, zu Ende und sind die Gottesthaten erschöpft? Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Blindheit ist Israel widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen ist. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich, daß Gott, der der natürlichen Zweige nicht verschonte, vielleicht deiner auch nicht verschone. Darum schaue an die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, sofern du an der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden eingepfropft werden: Gott kann sie Wohl wieder einpsropfen. Der Eifer der Heiden soll Israel reizen zur Nachfolge und das Reich Jesu ist so lange noch unvollständig und unfertig, als Israel in ihm noch nicht seinen Christus erkannt. Wir sollen helfen, daß die Bundeslade in Jerusalems Mitte komme und auf die Zionshöhe. Sähen sie es an uns, welch ein Christus unser Jesus ist, die Augen würden ihnen aufgehen für den, in welchen sie gestochen haben. Würden sie es inne an uns, daß Er lebt, lebt in der Herrlichkeit und alle Gottesmächte mit ihm sind, sie würden sich ihm zuwenden. Und die Zeit würde kommen, da eine Heerde und ein Hirte ist. Ein Großes geschieht in unfern Tagen, ein Krieg bereitet sich vor und eine Schlacht soll geschlagen werden, wie sie entscheidungsvoller nimmer auf Erden gewesen ist. Was die Menschheit an Jesu hat, ob er der Christus ist der Sohn Gottes, der Priester und König in Ewigkeit, das ist die Frage, brennender und drängender, als jede andere. „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche" rufen die Schaaren auf der einen Seite und ihre Gelehrten und Schriftsteller weisen es nach, daß Jesus nimmermehr Christus ist, daß nur der Glaube der Apostel ihn über alle Himmel hinausgehoben und mit einer Herrlichkeit umgeben habe, die kein Mensch tragen kann. Gestorben sei er wie alle andere und im Grabe geblieben und der Vergänglichkeit Raub geworden; nur noch die