Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Söhn Davids, hat das Werk seines Vaters vollendet und den heiligen Tempel gebaut. Da schien das Reich Gottes gekommen auf Erden und das Heiligthum zu Jerusalem der Mittelpunkt der ganzen Menschheit werde» zu sollen. Aber wie vergänglich war diese Reichsherrlichkeit! Durch die Thorheit des Davids-Sohnes gingen verloren die 10 Stämme, rissen sich los von Davids Haus und gründeten ein eigenes Reich und Königthum ohne Verheißung und ein Heiligthum nach ihrem Sinne. Die mächtigen Propheten konnten sie nicht zurückbringen und den Schaden Josephs heilen. Die Gerichte Gottes kamen über das Volk, zunächst durch Assur über die 10 Stämme, dann durch Babel über Juda und Jerusalem, Gerichte, welche es allen Zeiten und Völkern offenbarten, daß es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Da wurde es denn gewiß, daß keiner bestehen kann vor dem Gerichte Gottes und den Glanz seiner Herrlichkeit vertragen. Das fühlte das Herz der Propheten, daß keine Gerechtigkeit auf Erden ist und keiner hat, womit er bestehen kann im Gericht. Das ganze Haupt war krank, das ganze Herz war matt, von derFußsohle bis auf's Haupt war nichts Gesundes an ihm, sondern Wunden und Striemen und Eiterbeulen, die nicht geheftet, noch verbunden, noch mit Oel gelindert sind. Da fingen sie an, sich zu sehnen, nicht mehr nach einem mächtigen und sieghaften König zuerst, sondern nach Gerechtigkeit, einen Mittler und Vertreter, welcher da treten könnte für Alle ins Gericht. Und sie wurden erlöst aus Babel, kehrten zurück nach Jerusalem und bauten wieder ein Heiligthum. Aber die alte Reichsherrlichkeit war für immer dahin. Viele von den Obersten und Leviten und Vätern,.die das vorige Gotteshaus gesehen hatten und nun dieses sahen, weineten laut; die Jungen aber tönten mit Freude, daß das Geschrei laut erscholl. Und die aus Babel Zurückgekehrten hatte» die alte Lust zum Heidenthum verloren, sie wollten nunmehr dem Gesetze treu bleiben. Eifrig forschten sie darin, suchten sich selbst zu besiegen und mit vieler Mühe und Arbeit gerecht zu werden. Und so warteten sie ihres Lohnes und hofften auf den Tag der Rache und Rechtfertigung.