Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554744--04287-2560211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
was es ist, von Gott erwählt und angenommen sein. Zn Tiefen war er gewesen, wo nur Finsterniß und Schatten des Todes und unsägliche Pein Hausen, also daß die menschliche Natur verschmachtet und vergehet; aber auch auf Höhen gehoben, wo nur Licht und Leben und Wonne herrscht. Und seine Lieder hallten wieder in seinem Volke, denn keinem waren die Wunder Gottes und die Geheimnisse, welche er an seinen Heiligen thut, unbekannt geblieben. Aber dieser Tag, da er die Bundeslade hinaufführte mit Jauchzen und Posaunen, umgürtet mit einem leinenen Leibrock, wie ein Priester, war doch der größte seines Lebens. Längst hatte er den Tag herbeigesehnt, aber Schreckenszeichen waren an der Bundeslade geschehen, so daß er sich fürchtete und zweifelte, ob es des Herrn Wille sei, inmitten seines Volkes zu wohnen und zu thronen. Aber als er sah, daß gesegnet sei das Haus Obed-Edoms, in welchem die Bundeslade stand, da ging er hin und holte fie mit Freuden. Und so voll war er von der Wonne und dem Jubel, daß sein ganzer Mensch davon ergriffen und überwältigt wurde und er mit aller Macht tanzte, begürtet mit einem leinenen Leibrock. Nicht in königlicher Pracht und Herrlichkeit ging er einher, denn es war nicht sein Triumphzug und Ehrentag, sondern nur das .leinene Gewand der Priester trug er, denn nur als Diener seines Gottes fühlte er sich. ' Und als die Lade Gottes hinaufgebracht war und neben dem Königshaüse stand, da war dem Könige noch nicht genug geschehen. Er sprach zum Propheten Nathan: „Siehe ich wohne in einem Cedernhause und die Lade Gottes wohnt unter den Teppichen." Die Zeiten der Unruhe, der Wander- und Kriegsfahrten schienen ihm vorüber. Die Zeit, die Stiftshütte, das zerbrechliche und bewegliche Zelt, in ein festes Haus, in einen Tempel zu verwandeln, schien gekommen. Aber er erhielt die Antwort, durch den Mund des Propheten Nathan: Nicht er, sondern sein Sohn solle das Gotteshaus bauen; aber seinem Saamen solle das Reich bestätigt werden und der Stuhl seines Königreiches feststehen auf immer. Diesem Davids-Sohne wolle Gott Vater sein und nimmermehr seine Barmherzigkeit von ihm wenden. Und Salomo, der