Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jerusalem kreist, ist der Menschen Gewissen wach gemfen Worden und wird immer wach erhalten. So lange Jerusalems gedacht wird, ist es nicht möglich, daß die Menschheit ganz verdirbt in Welt und Fleisch und Sünde. Demüthigung und Tröstung kann nicht aussterben, so lange Jerusalems gedacht wird. Da ist es bewiesen in mächtigen unwiderleglichen Thatbeweisen, daß eS einen Gott giebt, der alle Schreckenömächte in der Hand hat, und einen Gott, der den Elenden hilft; da ist es bewiesen', daß die Gottlosen keinen Frieden haben, daß der Zorn über ihnen ist und sie ins Gericht müssen, aber auch bewiesen, daß die Verzagten nicht umkommen und für die Verzweifelten eine Hilfe ist. Wer kann an Jerusalem denken und ein selbstzufriedener, stumpfsinniger, todter Mensch bleiben? Wer kann an Jerusalem denken und verzagen und verzweifeln in irgend einer Roth? Ja, Jerusalem ist das laut redende Denkmal und Zeugniß Gottes, an ihm hat sich Gott verherrlicht und einen Namen gemacht, den alle Völker nennen und preisen müssen. Als David die Bundeslade auf Zion brachte, da ging in Erfüllung zum ersten Male die Verheißung, welche Abraham empfangen. Da ward offenbar, was aus denen wird, die sich nicht verlassen auf Welt und Fleisch und eigene Kraft und Stärke, sondern sich verlassen auf den Herrn Herrn allein. Erlöst hatte er sie aus Aegyptenland mit erhobenem Arm, hatte sie getragen wie auf Adlersfittigen, hatte sie nach Canaan geführt, war der Gott ihrer Heerschaaren geworden und nun wird damit alles vollendet, daß neben dem Königsthron der Gottesthron gestellt wird. Davids Psalmen sagen es aus, was solches alles bedeutet. Was sein Volk im Großen, das hatte er ja sonderlich an sich selbst erfahren. Er hatte erfahren, daß Gott tödten und wieder lebendig machen, in die Hölle und wieder herausführen könne. Er wußte zu reden von zerbrochenen Gebeinen, von Wasserfluthen der Roth und Angst, von Zornesgluthen und Pfeilen des Allmächtigen, aber auch von dem Strome der Wonne, von'Leben und lieblichem Wesen, das zur Rechten Gottes ist, von ewiger Gnade und Erbarmung. Beides hatte er erfahren, sowohl was cs ist, von Gott verlassen sein, als