Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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in dem alten Jerusalem der neue Bund fester und stärker gemacht ist. Jerusalem ist nicht eine Stadt wie andere, daß es uns gleichgültig sein könnte, wem dort gedient wird und wessen Namen dort herrscht. Sie ist die Stadt Gottes, in welcher er sich geoffenbart hat, beides in Gericht und in Gnade, wie nirgends anders auf Erden. In ihr sind die großen Thaten Gottes geschehen, von welchen die Welt voll ist, und die nicht vergessen werden können, so lange es Menschen giebt. Von Abraham's und Melchisedek's Zeiten durch die Jahrhunderte hindurch hat sich für alle Welt hier Gott erwiesen als der Heilige und der Helfer, als der allein Lebendige, zu welchem kommen muß, was leben will. „Von Zion wird das Gesetz ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem." Dahin müssen sich die Blicke aller Völker richten und die Geister aller Jahrhunderte müssen immer wieder darnach fragen. Wer will den lebendigen Gott leugnen, wenn er an Jerusalem denkt und seine Geschichte? Der Spötter muß verstummen, der Zweifler beschämt werden und alles Fleisch bekennen, daß es einen Herrn giebt, der die Welt regiert mit seinem Willen. Was sich begeben hat an Jerusalem, das hat ja kein Mensch erdacht und gemacht, das ist .ein Gotteswerk, größer und überwälttgender als Himmel und Erde in all ihrer Herrlichkeit. Ein heiliger Wille muß es sein, der die ganze Geschichte, welche um Jerusalem kreist, durchwaltet und gestaltet hat. Wäre kein Jerusalem auf Erden, dann müßten die Heiden der alten und der gegenwärtigen Zeit Recht haben, welche in ihrem Herzen sprechen: „es ist kein Gott," nämlich kein lebendiger, kein heiliger, kein richtender, sondern ein unbekannter Schooß gebiert alles aus sich, und verschlingt es wieder. Wäre kein Jerusalem auf Erden, bann dürste die Gottesfurcht angesehen werden als Wahn, und das Vertrauen, das sich nicht verloren giebt, auch wenn die ganze Welt feindlich und widrig wird, sondern sich in Gott wirft, als eitler Traum. Wäre kein Jerusalem auf Erden, dann wären die die Weisesten, welche nur den Augenblick haben und sprechen: „Lasset uns essen und trinken, denn morgen find wir todt." Aber durch Jerusalem und die Geschichte, die um