Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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David habe gesündigt, ist in einemJrrthumbefangen; dennUria hatte, wie alle Krieger des David'schen Heeres, ehe er in den Krieg zog , seiner Frau einen Scheidebrief geschrieben, so daß Bathseba kein Eheweib mehr war, Uria selbst aber hatte stch gegen seinen Herm empört und deshalb den Tod verdient." So „der Israelit." Es ist aber wohl sehr schwer zu sagen, was für eine „Aufmerksamkeit" erforderlich sein müßte, die aus „dem geschriebenen Worte Gottes" herauslesen sollte, daß David in der bekannten Geschichte mit Bathseba unschuldig gewesen sei. Aber das ist das Gottlose in der rabbinischen Behandlung der heiligen Schrift, daß diese Erklärer gegen allen offenbaren Sinn und Verstand Dinge wegleugnen, die sonnenklar zu Tage liegen, wie oben die Sünde Davids in dem beregten Fall, und dagegen wieder den krassesten Unsinn in die einfachen Schriftworte hineinlegm, wie z. B. wenn behauptet wird, Gott habe in der Unterredung mit Abraham Unwahrheit gesprochen, oder wenn die Worte Ps. 104, 26: da sind Wallfische, die du gemacht hast, daß sie darinnen — nämlich im Meer — scherzen, dahin erklärt werden, als wenn es hieße: da sind Wallfische — Leviathan — daß Gott mit demselben spiele. Mit Bedauern erwähnen wir, daß uns der versprochene Artikel über den bekannten Kompertschen Prozeß nicht zugegangen ist. Da wir diese Angelegenheit nicht mit ein Paar Bemerkungen genügend abmachen können, übergehen wir sie nun in diesen Blättern lieber ganz, es wäre denn, daß der betreffende Herr sein Wort noch löste. Einen eigenthümlichen Umstand wollen wir nur noch mit den Worten der allg. Z. d. I. erwähnen. In Nr. 31 der genannten Judenz. theilt nämlich Dr. PH. mit innigem Wohlbehagen unter der Ueberschrist: „Literarischer Wochenbericht" Folgendes mit: „Bonn, im Juli. Wir erhalten die Nachricht, daß die deutsche Bibel der israelitischen Bibelanstalt in die Kantonsschule (christlich) zu Aarau zum Gebrauche eingeführt worden. Wenn es dem aarauischen Schulrathe zur Ehre gereicht, ohne Vorurtheil eine von Juden verfaßte und herausgegebene Bibelübersetzung, weil sie wortgetteu, dem jetzigen Standpunkte der Sprachforschung gemäß und zugleich in correctem Deutsch und schwunghaft gehalten ist, zum Schulgebrauche einzuführen, so ist es von anderer Seite auch eine Ehre für diese