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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 3-4 (1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
3-4 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Bibel oder was es wolle; was derTalmud einmal sagt, das muß wahr und göttlich sein. Die oben angeführte Klage der Reform über das Gebühren des „Aberglaubens" ist ganz gerechtfertigt, insofern es sich um wirklichen Aberglauben handelt. Solchen abgeschmackten Aberglauben finden wir z. B. in Behauptungen, wie „der Israelit" ste in Nr. 14 aufstellt, wo es Seite 185 heißt: „Die Mizwa der Bachweide sühnt die Sünden, welche mit den Lippen verübt wurden. Von diesem Tage an (den 7. deö Sukoth) lege man Staub in den Mund, vielleicht ist noch Hoffnung (Klagl. Jer. 3, 29) das heißt verstopfe den Mund mit Erde, wenn er sich zum Bösen öffnen wollte. Unsere Alten gaben dem Abschlagen an der Erde auch noch die Bedeutung: Bis zum 7. des Sukot ist der Satan, der Ankläger gegen Israel, thätig, die vielen Mizwot aber, welche Israel während dieser Tage verrichten, machen ihn wirkungslos. Von diesem Tage an kann sich keine Lippe gegen Israel in Bewegung setzen, dem Widersacher ist die Gewalt genommen und er fällt zur Erde." In Nr. 39 wird, wie es scheint, ein Vortrag zum „zweitenTage des Neujahrsfestes" über „die OpferungJizchaks" mitgetheilt, der so viel Albernheiten aus rabbinischen Schriften enthält, daß man nur staunen kann, noch heute solchen Unsinn in öffentlichen Zeitblättern zu finden. Schon der Anfang dieses Vortrages ist charakteristisch: „Als Abraham feine Hand ausgestreckt hatte, um seinen Sohn zu opfern, da rief ihm der Engel Gottes zu: Strecke deine Hand nicht aus wider den Knaben und thue ihm Nichts. Er aber weigerte sich, den Altar zu verlassen, bis der Allgütige ihm versprochen habe, ihm nicht nur für den Augenblick den geliebten Sohn zu erhalten, sondern für immer und ewig; und Gott sprach: Wenn deine Kinder gesündigt haben, und Ich werde sie richten am Neujahrsfeste, und sie verlangen, daß Ich ihnen verzeihe, so mögen ste blasen vor mir mit dem Schofar vom Widderhorne (zum Andenken an den Widder, welchen Abraham statt seines Sohnes darbrachte.)" Aus der Menge der Abgeschmacktheiten, mit denen eine jüdische Gemeinde an ihren sogenannten zweiten Neujahrstage erbauet wird, theilen wir als Probe nur Folgendes aus jenem Vortrage mit: Gott hatte dem Abraham befohlen, seinen Sohn zum Opfer darzubringen, und Abraham sprach in seinem Herzen: Wie fange ich es an, daß ich meinen Sohp Zizchak

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