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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 3-4 (1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
3-4 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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tief verwachsene Sitte schonen zu müssen: so will doch dieselbe Reform sich auf die Seite Mosis stellen und erklärt eben darum diejenigen, die für Beibehaltung der mosaischen Gebräuche sind, für Korahiten. Wie charakterlos die Judenz. ist und heute die Autorität der Bibel verhöhnt, morgen wieder für dieselbe streitet, davon wollen wir hier nur noch einen auffallenden Beweis ansühren. In Nr. 34 wird eine Schrift: „Aus dem Orient. Von Heinrich B rüg sch" besprochen, wo es zum Schluß heißt: „die geschichtliche Gewißheit der Berichte der heiligen Schrift wird dadurch unzweifelhaft und die Meinung derer zu Schanden, welche die biblischen Relationen so gern nur als Sagen und Legenden behandeln." Ganz in demselben bibelgläubigen Sinn und Geist eifert Dr. Ph. in dem Leit-Artikel seiner Judenz. Nr. 35 für die Wahrheü des göttlichen Wortes; denn er sagt dort: „Unsere alles ver-, durch- und zerarbeitende, zersetzende und secirende Zeit hat, wie es sich voraussetzen läßt, ihre Hand auch an die heilige Schrift gelegt und die mannigfaltigsten Operationen der Kritik an ihr geübt. Ganz besonders richtete sie ihre Thätigkeit auf die Thora und es gibt schon keine Modifikation der Ansichten über Urspmng, Abfassen und Abfassungszeit derselben, die nicht bereits vorgetragen worden wäre. Man zerreißt sie in vielerlei Stücke, findet sehr verschiedenartige Dokumente, aus denen sie zusammengesetzt sei, sucht äußere und innere Widersprüche und Gegensätze in ihr auf, gibt bald jenes für Allegorie, das eine für Glossen, das andere für Interpolation aus und so fort." Hier also verwirft und mißbilligt die Judenz. mit aller Entschiedenheit und Entrüstung das Verhalten derer, „welche die biblischen Relationen für Legende auögeben." Was thut aber dieselbe Judenz. in Nr. 23 von 1863, wenn sie die biblische Erzählung der Einnahme von Jericho eine „sinnige Legende" nennt, indem es dort heißt: „Sind auch die Zeiten der sinnigen Legende vorbei, in denen die Mauern Jerichos an einem Tage vor dem schmetternden Posaunenton Israels fielen" u. s. w. Doch was kümmern sich solche großen Geister um solche grobe Widersprüche? — Auf der andern Seite geht die sogenannte Orthodorie oder doch ein Theil derselben immer mehr zu den Abgeschmaktheiten des Talmuds zurück, von dem auch nicht ein Jota aufgegeben werden soll oder darf, es verstoße noch so sehr gegen alle Vernunft,

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