Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554744--04273-2560197- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
unser» Bestrebungen von ihrem Beginne an gefolgt ist, wird erkennen, daß es uns niemals um äußere Reformen zu thun war. Wir versuchten von innen heraus zu reformiren. Uns ist es Hauptsache, das heilige Feuer derReligion in den Geistern zu zünden und zu schüren, den Gedanken - und Lehrinhalt des Zudenthums zu verbreiten und die Begeisterung daftir anzufachen." Dagegen eifert Dr. PH. gewaltig gegen „den Aberglauben, welcher seit 10 Jahren mit so vieler Unverschämtheit und Ostentation sich wieder an das Tageslicht gedrängt hat, alles Vernunftgemäße aus der Religion verdrängen, alle Entwickelungen in ihr abschneiden will und nach Herzenslust schmäht, verleumdet, verdammt, verketzert und verfolgt." Nr. 44. Es fällt uns natürlich nicht ein, dem Gottesdienst in den orthodoxen Gemeinden, wo er nach althergebrachter Weise begangen wird, das Wort reden zu wollen, aber wenn es mit dem Neumodischen jetzt schon wieder eher zurückals vorwärtsgeht, können wir uns auch nicht wundern; denn was bietet dieser Gottesdienst in der Reform? Zwar heißt es in derselben Nr. 34: „Nicht den Purpurmantel des Pompes soll das Judenthum umwerfen, nicht die bunten Gewänder phantastischer Scenen, welche die Sinne der Anwesenden bestechen sollen " u. s. w. Aber ist denn irgend ein besonderes positives Element in Lehre und Bekenntniß in den Gottesdienst der Reform ausgenommen, oder ist nicht auch Orgel, Chorgesang, Talar u. s. w. das Hauptsächliche und die Anwesenden Bestechende? Was die Reform unter dem oben erwähnten „Gedanken- und Lehrinhalt des Judenthums" versteht, ist Jedermann klar, der weiß, wie immer eine positive Wahrheit nach der andern beseitigt und wegreformirt wird. Worauf die Reform hinsteuert, kann man z. B. aus einer Rede des Herrn Cremieur in Paris ersehen, die in Nr. 26 „des Israelit" besprochen wird, wo es heißt: „Wir haben es bereits gerügt, daß Herr Cremieur beiUebernahme der Präsidentschaft des genannten Vereins — der Alliance isr. universelle — in seiner damaligen Ansprache nur von unserer Liebe zu den Zeh »geboten sprach. Diesmal ist Herr Crem, einen Schritt weiter gegangen; er hat die zehn Gebote auf neun reducirt und hat das Gebot der Heiligung des Sabbats einfach — weggelassen." Nach Anführung der ersten Worte des Dekalogs ruft Crem, in seiner Rede