Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 3-4 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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und damit zugleich auch ganz natürlich in ihrer Opposition gegen allen Offenbarungsglauben. Wir haben dies z. B. besonders in der Lehre von dem Messias sehen können, die der sogenannten „Messiasidee" weichen muß. In Nr. 34 d. a. Z. d. I. handelt ein Artikel über „den jüdischen Gottesdienst." Hier klagt Dr. Ph. gewaltig, daß es mit dem Fortschritt so langsam geht. Nach Anführung mehrerer Stücke, um die man noch immer mehr oder minder streitet, ob sie abgeschafft, resp. beibehalten oder eingeführt werden sollen, heißt es S. 524: „Dies sind allbekannte Thatsachen, die vollständig erweisen, wie die verbessernde Umgestaltung des jüdischen Gottesdienstes in dem halben Jahrhundert, seitdem sie schon zum Vorschein gekommen, nur äußerst geringe Fortschritte gemacht hat. Wir könnten noch mehr sagen. Seit 17 bis 18 Jahren ist das rege Interesse daran wieder schwächer geworden; es wird öffentlich wenig darüber gesprochen und noch weniger daran gethan. Jede neue Synagoge baut man mit der Absicht, einen dem Geiste, Geschmack und Bedürfniß unserer Zeit gemäßen Gottesdienst darin einzuführen; in der That weiß man auch einen solchen für die Einweihungöfeier herzustellen. Kommt man aber nach einiger Zeit, biswellen auch schon am folgenden Tage dahin, so ist alles wieder zum alten Schlendrian zurückgekehrt, der Geist ist entwichen, die leere Form herrscht wieder wie vor alter Zeit. Man kann also sagen, daß die Verbesserung des jüdischen Gottesdienstes eher Rückschritte als Fortschritte gemacht, daß sie jetzt viel geringere Aussichten hat als vor zwanzig Jahren." Und schon vorher heißt es: Ziehen wir das Facit im großen Ganzen, so sehen wir uns noch äußerst wenig vom Platze gerückt, und all das Geschrei, Gezänk und Gelärm hat sich nur um unbedeutende Erfolge gedreht. Es war Wirbelwind, der das Fahrzeug im Kreise herumwirst, aber nicht von der Stelle schafft, zugleich auf dem Lande Staubwolken ausregt und dm Menschen Sand in die Augen streut." Wenn man solche Bekenntnisse liest und damit Anderes vergleicht, wie z. B. was derselbe Dr. PH. in Nr. 45. sagt, wo er über sein Gebetbuch sich ausläßt, so wird man unwillkürlich an die Worte des Fuchses in der Fabel erinnert: Die Trauben sind sauer. In letztgenannter Nr. heißt es nämlich? „Wir haben keinen reformirten Gottesdienst Herstellen wollen... Wer übrigens