Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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gefragt: „Worin besteht das Heil, das mit seinem Eintreffen für Israel erblühen soll?" und die Antwort lautet: 1) „In der durch erleuchteten und geheiligten Sinn und ungestörte Ausübung der göttlichen Gesetze zu erlangenden Gottesnähe. 2) In der Erlösung von allen Leiden, die Israel seit Zions Fall zu erdulden hatte, und in seiner Anerkennung als treuer, vielgeprüfter Knecht und Sendbote Gottes von Seiten der Völker. 3) In der Wiedervereinigung zu einer glücklichen Nation, die ihr altes Erbe, das herrlichste aller Länder, wieder einnehmen wird. 4) In dem Wiederaufbau des heiligen Tempels auf Moria. 5) In der glorreichen Verherrlichung der israelitischen Religion unter allen Völkern der Erde." Wenn selbst dies Alles seine Richtigkeit hätte, was aber durchaus nicht der Fall ist, und wenn wir selbst zu diesen fünf Punkten, die das Heil durch den Mesfias bezeichnen sollen, noch hinzunehmen, was S. 79 als das Heil fiir die ganze Menschheit angegeben wird — „daß die Erkenntniß des einzigen einigen Gottes sich überall verbreiten, sohin alles Laster verschwinden und die Tugend allein herrschen wird und alle Menschen als Kinder eines Vaters im Himmel in brüderlicher Liebe und ungestörtem Frieden glückselig zusammen leben werden" —: so müßten wir doch sagen, der gute Verfasser hat noch nicht die Anfangsgründe des Heils erkannt und genannt; denn die Hauptsache ist und bleibt doch die Erlösung von der Sünde. Davon ist aber in dem „Lehrbuch der israelitischen Religion" auch nicht die geringste und leiseste Andeutung enthalten. Auf welche Weise aber auch nur das Heil, wie es sich der Verfasser ausmalt, zu Stande gebracht werden soll, darüber erfährt man wieder Nichts; es sei denn, daß es in den Worten angedeutet sein soll, die S. 75 von dem Messias sagen, daß er „sich durch seine Weisheit und Herrscherwürde als ein ächter Gott- Gesandter bewähren wird." Nun ist es zwar keinesweges zu leugnen, daß der Messias in den göttlichen Weissagungen oft als ein weiser und mächtiger König geschildert wird; aber daß er lediglich in der Eigenschaft eines solchen dieses Heil herbei führen solle und könne, müssen wir denn doch sehr bezweifeln und bestreiten. Weise und vom Geiste Gottes durchdrungene Herrscher hat Israel gehabt; schon Moses war ein solcher „ächter Gott-Gesandter;" gewiß